„Jahrgangsmischung in der Unterrichtspraxis“ an der Grundschule Faulbach

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Verbandsschule Faulbach

Faulbach
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

P1110228
Foto: AxelKeppler
P1110229
Foto: AxelKeppler
Am Donnerstagabend, 05.05.2022 fand um 19 Uhr ein Informationsabend zu dem Thema „Jahrgansmischung“ statt. Nach einer Begrüßung wurden alle Anwesenden durch Rektor Axel Keppler in die Thematik eingeführt...
Am Donnerstagabend, 05.05.2022 fand um 19 Uhr ein Informationsabend zu dem Thema „Jahrgansmischung“ statt. Nach einer Begrüßung wurden alle Anwesenden durch Rektor Axel Keppler in die Thematik eingeführt.
Anschließend übernahm Carina Steiler, Grundschullehrerin und Expertin für Jahrgangsmischung im Landkreis Miltenberg, das Wort und begann vor den 30 Zuhörern mit ihrem Vortrag.
Los ging es mit einigen theoretischen Grundlagen zu rechtlichen Fragen, der organisatorischen Umsetzung an der heimischen Schule und den Gründen, weshalb Schulen sich für das Unterrichten in jahrgangsgemischten Klassen entscheiden. Hier in Faulbach habe man sich aus pädagogischen Gründen vor zehn Jahren für das Modell entschieden und es nach der Etablierung in den ersten beiden Jahrgangsstufen auch auf die dritte und vierte Jahrgangsstufe ausgeweitet.
Schließlich legte die Referentin einige mögliche Herausforderungen dar. So erfordere Unterricht in jahrgangsgemischten Klassen eine gute Planung, so dass es Anknüpfungspunkte für alle Kinder gibt. Zudem erläuterte Frau Steiler, dass es ein Irrglaube sei, dass in einer jahrgengasreinen Klasse auch Gleichheit im Leistungsvermögen zu erwarten ist. Sie betonte, dass die ABC-Schützen mit einem Entwicklungsunterschied von bis zu vier Jahren in ihr Schülerdasein starten. Daher müsse in jeder Klasse, egal ob jahrgangsrein oder jahrgangsgemischt differenzierter Unterricht angeboten werden, da Homogenität schlichtweg nicht vorhanden ist.
Hier versuchen wir „so viel gemeinsam wie möglich, aber auch so viel getrennt wie nötig zu Unterrichten“, berichtete die Referentin und zählte anschließend einige Vorteile des jahrgangsgemischten Unterrichts auf. So gewöhnen sich die Kinder leichter in der Schule ein. Der Übergang geschieht problemloser, da die Kinder bereits im Kindergarten immer mit jüngeren und älteren Kindern in einer Gruppe spielen und lernen und so mit der Mischung bereits vertraut sind. In einigen Studien wurde zudem erwiesen, dass die Kinder vor allem im sozialen Bereich enorm von der Mischung profitieren. Nicht zuletzt ist die Möglichkeit einer unterschiedlichen Verweildauer der „Flexiblen Grundschule“, das heißt das Durchlaufen der Eingangsstufe in wahlweise ein, zwei oder drei Jahren ein Plus dieses Unterrichtsmodells.
Dem theoretischen Teil schlossen sich viele Beispiele aus der Unterrichtspraxis und den verschiedenen Fächern an. Im Fach Mathematik bieten individualisierte Lernwege den Schüler:innen die Möglichkeit ein Thema in eigenem Tempo, Umfang und Tiefe zu durchlaufen. Buchstabenpläne mit differenzierten Lesetexten und auf die Fähigkeiten der Kinder angepassten Schreibübungen bieten ähnliche Möglichkeiten im Fach Deutsch.
Nach dem beispielhaften Vorstellen eines Unterrichtstages in einer „Jami“-Klasse folgte Applaus für Frau Steiler für ihren 60- minütigen Vortrag. Zuletzt überreichte Axel Keppler ein kleines Präsent an die Referentin und bedankte sich recht herzlich für den informativen und kurzweiligen Abend.
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!