Mittwoch, 19.09.2018

Wie wichtig ist Vorsorge bei Prostata-Krebs? PD Dr. Sebastian Rogenhofer MBA Chefarzt Urologie Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

VdK-Laufachtal
Dienstag, 08. 05. 2018 - 20:34 Uhr

An Prostata-Krebs erkranken viele Männer. Hier hat die Vorsorge-Untersuchung Sinn, denn die dritthäufigste tödlich verlaufende maligne Erkrankung ist Prostata-Krebs, ca. 12.000 Todesfälle pro Jahr, 25,4 % und ca...

An Prostata-Krebs erkranken viele Männer. Hier hat die Vorsorge-Untersuchung Sinn, denn die dritthäufigste tödlich verlaufende maligne Erkrankung ist Prostata-Krebs, ca. 12.000 Todesfälle pro Jahr, 25,4 % und ca. 58.000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr. Das Lebenszeitrisiko an Prostata-Krebs zu erkranken liegt bei 40 %, 10 % werden symptomatisch und 3 % versterben daran. Man sagt, wenn der Ringfinger länger ist als der Zeigefinger des Mannes gilt es als deutlich erhöhtes Risiko Prostatakrebs zu bekommen. Auch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, fast jeder 2. hat Prostatakrebs, aber nicht jeder 2. stirbt daran. Die Abstammung spielt eine Rolle. Männer mit sehr dunkler Hautfarbe sind etwas häufiger betroffen, als Männer mit anderer Hautfarbe. Bei Verwandtschaft ersten Grades, z. B. wenn Vater oder Bruder daran erkrankt sind, hat selbst ein etwas höheres Risiko. Sind Vater und mehrere Brüder erkrankt, ist das Risiko stärker erhöht. Viele ernähren sich falsch, man isst zu viel, zu fett, zu süß und zu wenig frisches Obst und Gemüse, dann zu wenig Bewegung und trinken zu viel Alkohol. 65 % der Männer sind übergewichtig und 55 % der Frauen. 68 % der Todesfälle sind auf ernährungsbedingte Erkrankungen zurückzuführen. Allein das Krebsrisiko könnte um 30 % gesenkt werden bei ausreichendem Verzehr von Obst und Gemüse. Die Ernährung lenkt unsere Gene und es entstehen Störungen bei den genetischen Gleichgewichten, diese führen zu Entzündungsprozessen und können vermehrt zu chronischen Erkrankungen/Krebs führen, d.h. rotes Fleisch ist schlecht für die Prostata, gegrilltes noch schlechter. Fisch, Krustentiere, Austern, frisches Obst du Gemüse jeden Tag, auch ein Glas Rotwein und es gibt deutlich weniger Prostata-Krebs, siehe China und Japan. Ab dem 45. Lebensjahr sollte die Vorsorge beginnen, bei erhöhtem Risiko ab 40 Jahren. Eine PSA-Bestimmung sollte erfolgen(Bezahlung keine Krankenleistung) sowie eine rektale Abtastung der Prostata (Kassenleistung). Beim erhöhten PSA-Wert (über 4) muss dringend nachgesehen werden durch Biopsien und evtl. MRT. Die aggressiven Karzinome werden mehr im MRT entdeckt. Es gibt viele Therapiemöglichkeiten. Der Urologe gibt Empfehlungen zugeschnitten auf jeden Patienten. Das lokal begrenzte Prostata-Ca. wird lokal therapiert, das metastasierte Prostata-Ca. wird systemisch therapiert. Muss operiert werden, muss es gut und offen gemacht werden. Alternativ: die Bestrahlung der Prostata. Ganz wichtig ist die Vorsorge!

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