Mittwoch, 26.09.2018

Es zwitschert und summt immer weniger Grundschule Krombach-Geiselbach: Vogelstimmenwanderung der Umwelt-AG

Umwelt-AG der Grundschule Krombach-Geiselbach mit Dr. Neumann aus Alzenau, 2. von rechts
Uli Pistner
Montag, 14. 05. 2018 - 07:33 Uhr

Dass es sich lohnt, für die Vogelstimmenwanderung mit Dr. Neumann aus Alzenau früh aus den Federn zu springen, hat sich herumgesprochen. Die 14 Kinder der Krombacher Umwelt-AG hatten Eltern und sogar Großeltern im Schlepptau...

Dass es sich lohnt, für die Vogelstimmenwanderung mit Dr. Neumann aus Alzenau früh aus den Federn zu springen, hat sich herumgesprochen. Die 14 Kinder der Krombacher Umwelt-AG hatten Eltern und sogar Großeltern im Schlepptau. Um 6 Uhr marschierte ein Trupp von 32 Personen los, um den Gesängen der Vögel zu lauschen.
Gleich zu Beginn melden sich Ringeltaube, Amsel, Zilpzalp und eine Mönchsgrasmücke mit heftigem Schwatzen. Als wolle sie demonstrieren, wie sie sich von ihrer Verwandtschaft unterscheidet, zwitschert die Gartengrasmücke gleich heftig dagegen. Dr. Neumann: Ihr Gesang ist deutlich länger und plätschernder. Dann das Läuten einer Kohlmeise und das Keckern einer Elster. Das lauteste Zwitschern kommt vom zweitkleinsten Vogel nach dem Goldhähnchen, nämlich dem Zaunkönig. Dr. Neumann: Sein ganzer Körper bebt beim Singen. Es gibt eine amüsante Eigenart dieses Vogels. Der Zaunkönig baut mehrere Kugelnester. Das Weibchen sucht sich das schönste heraus. Damit ist der Zwerg nicht zufrieden; er singt weiter und sorgt so dafür, dass auch die anderen Nester mit Weibchen besetzt werden. Eine Dorngrasmücke überrascht darauf mit einem Singflug, den sie stets beendet, sobald sie sich niederlässt. Die Truppe läuft inzwischen durch Wohngebiet. Auf einer Antenne eine Türkentaube, vor Jahrzehnten eingewandert. Dr. Neumann plädiert dafür, in den Gärten Nistkästen aufzuhängen, weil die Vögel wegen der gut isolierten glatten Hausfassaden nur noch wenige Nistmöglichkeiten finden. In unserer Gegend gibt es über hundert Vogelarten. Davon haben die Frühaufsteher nur einen Bruchteil gehört. Das herrliche Wetter hätte eigentlich wesentlich mehr Hörerlebnisse bescheren müssen. Die Information, dass wir inzwischen 75% weniger Insekten haben, stimmt viele nachdenklich. Wie um alles in der Welt sollen die Vogeleltern ihre Jungen füttern, wenn dramatischer Futtermangel herrscht? Die Kinder wollen zusammen mit ihrer Lehrerin am Projekt „Bayern summt“ teilnehmen. Dafür werden sie am Rand des Pausenhofs eine Fläche mit Blühpflanzen einsäen. Nahrung für Insekten! Nach denen wiederum schreien die hungrigen Schnäbel der Vogeljungen. Es ist höchste Zeit, dass es überall wieder mehr zwitschert und summt!
Mehrstimmig jubiliert haben am Schluss die Frühaufsteher, als sie in der Schule ein köstliches Frühstücksbuffet erwartete - von einigen Schülermüttern liebevoll zubereitet.
Edeltraud Glaab, Umwelt-AG der Grundschule Krombach-Geiselbach

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