Ein Besuch in der Villa Schulz in Amorbach

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach

Amorbach
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Führung durch die renovierte Villa Schulz in Amorbach
Foto: Brigitte Hartung-Bretz
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Im Foyer der Villa Schulz
Foto: Brigitte Hartung-Bretz
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Führung mit Frau Büttner und Frau Kaysan
Foto: Brigitte Hartung-Bretz
Am 21. Juli 2022 verlief der Kunstunterricht für die Schüler*innen der Klasse 9b der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach einmal anders. Ein Besuch in der Villa Schulz in Amorbach war angesagt. Bei der hochinteressanten Führung wurde der Klasse großes Detailwissen zur Geschichte des Hauses und ...
Am 21. Juli 2022 verlief der Kunstunterricht für die Schüler*innen der Klasse 9b der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach einmal anders. Ein Besuch in der Villa Schulz in Amorbach war angesagt. Bei der hochinteressanten Führung wurde der Klasse großes Detailwissen zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner vermittelt.
Die Villa mit 300 m² wurde im Jahr 1907 von dem Frankfurter Unternehmer Joseph Beyer auf einem Areal von 3000 m² erbaut. Bedingt durch finanzielle Schwierigkeiten infolge der Inflation von 1923, einer Spätfolge des Ersten Weltkriegs, wurde das Anwesen 1926 zuerst an die Stadt Amorbach veräußert, die es wiederum an das Fürstenhaus zu Leiningen verkaufte. In dieser Zeit erhielt das Haus die Bezeichnung „Villa Derfflinger. Fürst Karl zu Leiningen, der dort wohnte, hatte auf dem gleichnamigen Schlachtkreuzer „SMS Derfflinger“ gedient. Nach seinem Umzug in das fürstliche Palais wurde das Haus kurzzeitig als Unterkunft für Umsiedler genutzt, um dann ab 1945 als Altersheim genutzt zu werden.
1977 ging die Villa in den Besitz von Joachim Schulz und Susanne Everth-Schulz über, die bis zu diesem Zeitpunkt in Mudau die Firma „Aurora“ betrieben hatten. Ursprünglich war der Sitz dieser Firma, die Heizungssysteme für Busse produzierte, in Leipzig gewesen. 1951 floh die Familie aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland und baute die Firma im Ruhrgebiet erneut auf. Der Umzug in den Odenwald erfolgte 1965, denn hier waren die klimatischen Bedingungen für Joachim Schulz, der an Asthma litt, vorteilhafter. Das repräsentative Gebäude diente dem wohlhabenden Ehepaar, das kinderlos war, als Altersruhesitz. 2010 verstarb Joachim Schulz und Susanne Everth-Schulz gründete unter anderem die „Joachim & Susanne Schulz Stiftung“, die über ein Kapital von 20 Millionen Euro verfügte und seitdem viele Schulprojekte gefördert hat. Auch der „Smart Pfad Odenwald“ verdankt sein Entstehen dieser Stiftung. Die Villa ging nach dem Tod von Susanne Everth-Schulz im Jahr 2015 in das Eigentum der Stiftung über, wurde renoviert und dient jetzt als Kultur- und Bildungszentrum. Im benachbarten Kutscherhaus wird ein Schülerforschungszentrum entstehen. Ein herzliches Dankeschön an Frau Büttner und Frau Kaysan, die mit amüsanten Anekdoten für eine kurzweilige Führung gesorgt haben.
Im Anschluss an die Hausführung besuchten die Schüler*innen noch die Ausstellung zum Jugendkulturpreis 2022 des Landkreises Miltenberg, die im Untergeschoss der Villa aufgebaut ist, wo auch einige ihrer Arbeiten aus dem Kunstunterricht ausgestellt sind. Alles in allem ein gelungener Vormittag.
Brigitte Hartung-Bretz & Michaela Warncke für die Fachschaft Kunst der TGRS Amorbach
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