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Ende einer Ära: Christa Schneider hört auf

17 Jahre verantwortlich für das Schweinheimer Mittagessen: Christa Schneider (rechts) im Kreis ihrer Helferinnen.
St. Johannis-Zweigverein
Samstag, 09. 01. 2021 - 17:31 Uhr

Es ist fraglos eine Ära, die jetzt zu Ende geht: Christa Schneider gibt ihr Amt als Seniorenbeauftragte des St. Johannis-Zweigvereins auf. Bernd Keßler, der Vorsitzende des Vereins, spricht von „einem großen Einschnitt. Christa Schneider war die Seele der Seniorenarbeit. Sie hat auch das Schweinheimer Mittagessen und das Projekt Lichtblicke maßgeblich und verantwortlich ins Leben gerufen und aufgebaut. Ohne sie als Anker und Stütze wären beide Projekte nicht zustande gekommen und hätten nicht so lange existiert.“
2007 begann die längst im ganzen Stadtteil liebgewonnene Tradition der „Schweinheimer Mittagessen“. Alle zwei Wochen trafen sich die Schweinheimer Senioren zu einem gemeinsamen Mittagsmahl, zuerst wechselweise in Maria Geburt und St. Gertrud, zuletzt dauerhaft auf der Schweinheimer Höhe. Natürlich stand die schmackhafte Mahlzeit im Mittelpunkt. Für die Menschen war es aber darüber hinaus eine willkommene Abwechselung ihres Alltags, eine ersehnte Begegnung mit Gleichgesinnten, die Möglichkeit zu Gesprächen und dem Austausch von liebgewordenen Erinnerungen an alte Zeiten. „Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und durfte in diesem Kreis zahlreiche schöne und fröhliche Stunden verbringen“, erinnert sich Schneider gerne an diese 13 Jahre zurück. Bis 1986 lebte sie in Schweinheim und zeigte mit dem Mittagessen ihre Verbundenheit mit ihrer Heimat.
Wenn sich die Senioren donnerstags an den gedeckten Tisch setzten, hatte sie schon viele Stunden gearbeitet, um den reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Christa Schneider übernahm die Koordination mit dem Caterer, erstellte und veröffentlichte die Speisenpläne, richtete den Saal her und dekorierte die Tische, sorgte sich um Begrüßung und Tischgebet, steuerte Gedichte und Geschichten zur Unterhaltung bei, bedachte auch die Geburtstagskinder mit Gratulationen und Geschenken. Sogar den Fahrdienst hat sie teilweise übernommen. Kaum einen Termin musste sie in dieser Zeit auslassen. Unterstützt wurde sie von etlichen Helferinnen, denen sie in einem Abschiedsbrief besonders dankte. „Gerne hätte ich noch im Advent ein gemeinsames Abschiedsessen veranstaltet“ bedauert sie, dass coronabedingt seit März kein Treffen mehr stattfinden konnte. Aber sie verspricht, dass sie als Essensgast gerne wieder nach Schweinheim zurückkommt.
Der Verein möchte seine Seniorenarbeit jedenfalls nicht aufgeben. Keßler: „Wir werden alles daran setzen, die Angebote fortzuführen.“ Dazu gehören auch die ebenfalls von Schneider organisierten „Lichtblicke“, eine niederschwellige Betreuungsgruppe für Demente und Senioren mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Immerhin seit 2015 besteht die Gruppe, die pandemiebedingt derzeit ebenfalls pausieren muss. Für Keßler steht fest, dass sowohl „Mittagessen“ wie „Lichtblicke“ dazu beitragen, „die Lebensqualität in Schweinheim zu verbessern.“ Christa Schneider hat dazu ganz wesentlich beigetragen.

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