Österliche Bußzeit beginnt - Zwischen festhalten und loslassen

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe St. Jakobus Miltenberg, PGR

Miltenberg
2 Min.

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Asche auf die Häupter gestreut
Pfarrer Jan Kölbel streut den Gläubigen Asche aus Palmzweigen des letzten Jahres auf die Häupter
Foto: Martin Winkler
Asche auf die Häupter gestreut
Den Ministranten wird Asche als Zeichen der Buße und der Umkehr auf die Häupter gestreut
Foto: Martin Winkler
Segnung der Asche
Pfarrer Jan Kölbel segnet die Asche aus Palmzweigen des letzten Jahres
Foto: Martin Winkler
Segnung der Asche
Pfarrer Jan Kölbel segnet die Asche aus Palmzweigen des letzten Jahres
Foto: Martin Winkler
Der Aschermittwoch als Auftakt der österlichen Bußzeit sei einer der ernstesten Tage im Kirchenjahr. Dieser Tag werde gebraucht, wir hätten es nötig, unser Leben neu auf Gott hin auszurichten, sagte Pfarrer Jan Kölbel zu Beginn des Gottesdienstes am 02...
Der Aschermittwoch als Auftakt der österlichen Bußzeit sei einer der ernstesten Tage im Kirchenjahr. Dieser Tag werde gebraucht, wir hätten es nötig, unser Leben neu auf Gott hin auszurichten, sagte Pfarrer Jan Kölbel zu Beginn des Gottesdienstes am 02.03.22 in der Pfarrkirche St. Jakobus, Miltenberg. Als Zeichen der Buße und der Umkehr werde er allen Gläubigen nach der Predigt gesegnete Asche auf das Haupt streuen.
In seiner Predigt ging Pfarrer Kölbel darauf ein, dass viele Menschen die Fastenzeit v.a. mit Verzicht in Verbindung bringen würden. Das gotische Wort „fastan“ bedeute jedoch „festhalten“. Wir könnten uns zu Beginn der Fastenzeit zwei Fragen stellen: „Woran halte ich fest?“ und „Was gibt mir festen Halt?“ Die erste Frage ziele darauf ab, was mir das Wichtigste im Leben sei. Die Frage könne aber auch andersherum gesehen werden: Woran klammere ich mich in ungesunder Weise? Was sollte ich loslassen, um freier zu werden? Es mache Sinn, in der Fastenzeit über die eigenen Prioritäten nachzudenken und zu schauen, ob diesen Dingen auch genügend Raum im Leben eingeräumt werde, beispielsweise könne man sich mehr Zeit für die Familie oder den Glauben nehmen.
Was gibt mir festen Halt? In diesen schweren Zeiten bräuchten wir Menschen einen festen Halt. Die Corona-Pandemie habe uns nach wie vor im Griff und es sei nicht abzusehen, welche Langzeitfolgen diese für die Psyche, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben haben werde. Viele hätten gemerkt, dass man auch ohne Kirche ganz gut durch das Leben komme. Die Kirche sei derzeit alles andere als attraktiv. Die Missbrauchskrise habe sich zu einem Albtraum entwickelt: Neben der Scham über die Taten stehe auch das Unverständnis über das katastrophale Krisenmanagement bzgl. der Aufarbeitung des Geschehenen. In dieser Zeit der Kirche die Treue zu halten, sei nicht leicht. Dabei sei die Botschaft unseres Glaubens lange nicht so wichtig und aktuell wie in dieser Zeit. Bei all dem Kreisen um sich selbst, innerkirchlichen Grabenkämpfen und Strukturfragen gerate die kostbare Botschaft des Glaubens und die Erkenntnis, dass wir in Jesus Christus einen festen Halt hätten, in den Hintergrund. Der Überfall Putins auf die Ukraine habe sehr viele Menschen schockiert. Fassungslos schauten wir auf die Kämpfe in Kiew, Charkiv und anderen Orten. Wir fühlten uns hilflos und könnten nur beten und im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen, das Leid zu lindern. Friede sei ein kostbares, zerbrechliches Gut. Wir seien dazu aufgerufen, den Frieden in uns und in unserer Umgebung zu fördern. Nach der Predigt wurde das Gebet „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, das dem Hl. Franz von Assisi zugeschrieben wird, gebetet. Nun segnete Pfarrer Kölbel die Asche und streute diese den Gläubigen auf das Haupt. Da in der österlichen Bußzeit auch die Augen fasten, sind die Altäre schmucklos und das Altarbild wurde zugeklappt. Am Ende des Gottesdienstes wünschte der Pfarrer allen eine gesegnete Fastenzeit.
Nina Reuling
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