Mittwoch, 04.08.2021

Heißes Feuer, Geruch von Eisen und ein uralter Hammer

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Seniorenforum Sankt Johannes

Heimbuchenthal
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Eisenhammer in Betrieb 2020
Foto: karl-heinz-klameth
Eisenhammermuseum
Foto: karl-heinz-klameth
Eisenhammer in Betrieb
Foto: karl-heinz-klameth
Rund 40 Seniorinnen und Senioren machten sich auf den Weg ins Haseltal. Dort betreibt die Fa. Kurtz Ersa nicht nur ein kleines aber feines Museum über den alten Industriestandort und seine Besitzerfamilie...
Rund 40 Seniorinnen und Senioren machten sich auf den Weg ins Haseltal. Dort betreibt die Fa. Kurtz Ersa nicht nur ein kleines aber feines Museum über den alten Industriestandort und seine Besitzerfamilie. Nein dort ist der letzte historische Eisenhammer im Spessart noch in Betrieb.Aufgeteilt in drei Gruppen erlebten die Teilnehmer nicht nur das Museum und eine Führung über das Gelände einschließlich kleinem Stausee, Wasserrädern und Betrieb der Anlage per Wasserkraft, sondern auch die verrauchte alte Schmiede aus dem Jahr 1779. Dort wird noch genau so gearbeitet, wie dies in Heimbuchenthal z.B. im Höllhammer oder in Wintersbach im Neuhammer auch der Fall war. Zur Einstimmung hatten die Teilnehmer schon im Bus eine kleine Abhandlung über den heute völlig im Dornröschenschlaf liegenden Höllhammer erhalten.Eisen, wie früher in jedem Dorf vom Schmied in der Esse mit Kohle und Luftzufuhr zum Glühen gebracht, wurde dann per Wasserkraft geschmiedet. Dazu wurde an einem Hebel gezogen, dass Wasser strömt über das Wasserrad und der massive Wellenbaum, aus mindestens vierhundert Jahre alter Eiche gefertigt, schlägt mit beachtlicher 1 Tonne Leistung als sogenannter Aufwerfhammerauf das Eisen und den Amboß. Gezeigt wurde auch der Schwanzhammer der von seinem Ende her angetrieben wird, zwar nur mit einer halben Tonne Leistung das Eisen schmiedet, dafür aber in einer rasenden Geschwindigkeit an Schlägen.Gezeigt wurden historische Schmiedestücke, wie Glockenklöppel, Pflugscharen, Radschuhe, besser im Spessart bekannt bei den Älteren als der "Remschuch" am Wagen aber auch Zangen und andere Gerätschaften.
Der Eisenhammer hat überlebt, weil sich die Produktion am Standort mit der heute modernsten Gießerei Europas immer den Erfordernissen der zeit angepasst hat. Physikalisch und für Kinder sehr interessant ist auch die im Außengelände vor dem Museum befindliche Anlage mit Wasserrad, archimedischer Schraube etc. bei der sich Monika Nork darum bemühte einen kräftigen Wasserstrahl über den Bach zu ermöglichen.
An der Ruine der historischen, schon 1216 erwähnten Markuskapelle die schon ab 1297 als arienwallfahrtsort belegt ist, hielt Diakon Karl-Heinz Klameth eine Marienandacht und thematisierte dabei die zahlreichen Marienfeste zwischen dem Fest Maria Aufnahme in den Himmel, 15.08. und dem Fest Maria Schmerzen. Die markuskapelle wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört und in den Reformationswirren auch vom nahen Karthäu-serkloster Grünau nicht mehr aufgebaut. Die Gnadenmadonna aus der Spätgotik um 1480 entstanden, wurde gerettet und ziert heute einen Altar in der Faulbacher Pfarrkirche. Die Kapellenruine diente zeitweise als Viehstall und steht heute ohne jeden erläuternden Hinweis, ziemlich verlassen und innen mit reichlich Brenesseln bewachsen, ohne Dach als Mahnmal an vergangene Zeiten an der Straßenkreuzung. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken auf der Terasse der Nickelsmühle wurde der Heimweg angetreten und zum Abendessen noch in Kreuzwertheim eingekehrt.
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