„Der Tod gehört zum Leben dazu“: Palliativcare im Seniorenwohnen Goldbach

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe SeniorenWohnen BRK Goldbach

Goldbach
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Diana Maier, Palliativ-Care-Fachkraft im SeniorenWohnen Goldbach, liegt die Abschiedskultur am Herzen.
Foto: Tobias Dedio
Palliativpflege – unter diesem Berufszweig stellt man sich eine Pflegefachkraft vor, die einem Bewohner das Sterben durch Medikamente erleichtert. Dass der Beruf sehr viel mehr als das beinhaltet, zeigt das Beispiel der Palliativ-Care-Fachkraft Diana Maier im Seniorenwohnen Goldbach...
Palliativpflege – unter diesem Berufszweig stellt man sich eine Pflegefachkraft vor, die einem Bewohner das Sterben durch Medikamente erleichtert. Dass der Beruf sehr viel mehr als das beinhaltet, zeigt das Beispiel der Palliativ-Care-Fachkraft Diana Maier im Seniorenwohnen Goldbach.

2019 lässt sich Maier berufsbegleitend zur Palliativ-Care-Fachkraft ausbilden. Neben der Leitung der sozialen Betreuung ist sie seitdem, gemeinsam mit einer weiteren Mitarbeiterin, für die Palliativbetreuung im Hause zuständig. „Mir liegt die Abschiedskultur sehr am Herzen“, sagt die ausgebildete Ergotherapeutin. Der Wunsch, dies mehr in den Vordergrund zu rücken, entsteht bereits vor der Weiterbildung.

Um das Sterben, inklusive des einhergehenden Erinnerns, im Haus offen zu gestalten, platziert die 40-Jährige bereits vor einigen Jahren am Eingang des Hauses einen bunt gestalteten Bereich mit Kondolenzbuch. Hier können sich Bewohner, Gäste und Mitarbeiter an die verstorbenen Senioren erinnern – keiner gerät in Vergessenheit. „Heute ist unser Eingang ein Ort schöner Erinnerungen. Ein Ort, der sofort ins Auge sticht, und der das Sterben ganz präsent in den Alltag bringt“, so die Fachkraft. Mit ihrem offenen Umgang mit dem Sterben und dem dauerhaften in Präsenzsetzen des Themas erhofft sie sich einen Sinneswandel: weg von der oft traurig oder negativ konnotierten Begrifflichkeit des Sterbens, hin zu einer Integration in den Alltag. „Wir wollen den Tod bei uns leben lassen“, schmunzelt Maier.

Rund 70 Bewohner begleitet Maier im Jahr ihrem letzten Lebensweg und kein Weg ist dabei wie der andere. Hierbei arbeiten verschiedene Teams Hand in Hand, um die Lebensqualität in der letzten Lebensphase zu erhalten. Dabei gibt es keine universelle Vorgehensweise: „So, wie jeder Mensch individuell und einzigartig ist, so ist auch ihr letzter Weg.“ Maier unterstützt Sterbende bei ihren Gedanken und Ängsten zum Sterben, beruhigt durch Worte, wohltuende Massagen oder Aromatherapie. Ebenso essentiell ist der Austausch mit den begleitenden Angehörigen. Denn nach ihrer Erfahrung ist es vielen wichtig, nicht allein zu sein. „Ich bin sehr dankbar, Senioren bei ihrer letzten Reise begleiten zu dürfen“, so Maier. Durch ihre Arbeit lerne sie das Leben bewusster zu schätzen und zu würdigen. Genau das sei das Ziel der palliativen Arbeit: „Das Leben der Verstorbenen zu würdigen und die Menschen in Erinnerung zu halten.“

Was beinhaltet Palliativ Care?
Palliativmedizin/Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Bewohnern mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung und deren begleitende Familienangehörige. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, frühzeitiges Erkennen, Einschätzen und Behandeln von Schmerzen sowie anderer Probleme körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art. Palliative Care ist ein fester Bestandteil im Rahmen der Altenpflege.
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