Dienstag, 25.09.2018

SPD Main-Spessart zu Besuch in einer ganz besonderen Pflegeeinrichtung

Pflege lebenswert gestalten war das Thema der SPD Main-Spessart beim Besuch des BeneVit-Haus Lohrtal in Frammersbach.
FSauer
Dienstag, 07. 08. 2018 - 10:27 Uhr

Kuchenduft und helle, bunt und freundlich gestaltete Räume begrüßten vor kurzem die Besucher der SPD Main-Spessart um ihren Vorsitzenden und Landtagskandidaten Sven Gottschalk in Frammersbach. Dass man sich im BeneVit-Haus Lohrtal wohlfühlen kann, wurde den Gästen sofort klar...

Kuchenduft und helle, bunt und freundlich gestaltete Räume begrüßten vor kurzem die Besucher der SPD Main-Spessart um ihren Vorsitzenden und Landtagskandidaten Sven Gottschalk in Frammersbach. Dass man sich im BeneVit-Haus Lohrtal wohlfühlen kann, wurde den Gästen sofort klar. Gottschalk, der die Pflegeeinrichtung schon von früheren Besuchen kannte, warnte seine Kollegen vor: „Eine ganz besondere Einrichtung, die nicht dem üblichen Bild von Pflegeheimen entspricht.“
BeneVit-Chef Kaspar Pfister erläuterte das Erfolgsgeheimnis: das Hausgemeinschaftskonzept der Aktivierung, welches durch viele Kleinigkeiten in der Gestaltung zu einem lebenswerten Ergebnis führt. Dazu gehört der bunte, rutschfeste Teppichboden, der einfach zu reinigen ist. Oder dass Handläufe auf kurzen Strecken fehlen, so dass die Bewohner wenn möglich in Bewegung sind. Selbstbestimmt und soweit selbstständig wie möglich zu leben, sei das Ziel der Einrichtung, wozu auch die Einbindung der Bewohner in die täglichen Arbeiten im Haus gehöre. Dabei bestimme jeder Bewohner seinen Tagesrythmus selbst.

Dass es kein einfacher Weg gewesen sei, das Konzept so umzusetzen gab Pfister auf Anfrage des stellvertretenden Landrates und Bezirkstagskandidaten Harald Schneider unumwunden zu. Die Angst, Fehler zu machen, schrecke die Mitarbeiter in Behörden und Verwaltungen davor ab, ihre Handlungsspielräume bei gestalterischen Maßnahmen zu nutzen. Dabei erzeuge das Konzept offensichtlich Lebensqualität, denn seit Bestehen der Einrichtung seien drei Bewohner ausgezogen, weil sie sich im Pflegeheim so gut erholt hätten. Voll belegt mit 54 Menschen in vier Wohnungen und dazu eine lange Warteliste, sei ein Ausbau der Einrichtung schon wegen der fehlenden Pflegekräfte kaum denkbar. Der richtige Weg für die Zukunft sei die Förderung und Anstellung von Fachkräften aus asiatischen Ländern, statt Abwerbungen aus Osteuropa, das vor ähnlichen demografischen Problemen wie wir stehe. So habe Benevit, das an 30 Standorten in fünf Bundesländern Einrichtungen betreibe, zuletzt die Sprachausbildung von 50 philippinischen Fachkräften auf B2-Sprachniveau finanziert. Bürokratische Barrieren stünden nun einer Anstellung im Weg. Eine grundsätzliche Änderung im Pflegesystem und mit Blick auf den geltenden Grundsatz “ambulant vor stationär” war ein weiteres Thema. "Eine gerechte Kostenerstattung unabhängig von der Betreuungsart ist notwendig, denn das einzige was in der Pflege zählen sollte, ist der Mensch", bekräftigte Gottschalk.

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden