Rotary Club Miltenberg auf den Spuren des ehemaligen Odenwälder Bauerndorfes Ferdinandsdorf

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Rotary Club Miltenberg

Miltenberg
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Foto: RotaryClubMiltenberg
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Der Rotary Club Miltenberg beschäftigte sich jüngst in seinem Vortragsprogramm mit den im 19. Jahrhundert aufgelösten Odenwalddörfern, wie Breitenbach, Dörnbach, Neubrunn (Ernsttal), Galmbach (Eduardsthal), Rineck und Ferdinandsdorf, Um das in den Vorträgen Gehörte auch in der Natur zu erleben...
Der Rotary Club Miltenberg beschäftigte sich jüngst in seinem Vortragsprogramm mit den im 19. Jahrhundert aufgelösten Odenwalddörfern, wie Breitenbach, Dörnbach, Neubrunn (Ernsttal), Galmbach (Eduardsthal), Rineck und Ferdinandsdorf,
Um das in den Vorträgen Gehörte auch in der Natur zu erleben, unternahmen Mitglieder des Clubs eine Wanderung im Reisenbacher Grund. Unter der fachkundigen Führung des Mudauer Heimatkundlers Hans Slama erkundeten sie am Nordhang des Reisenbacher Grundes entlang die verbliebenen steinernen Zeugen des ehemaligen Bauerndorfes Unterferdinandsdorf.
An den einzelnen Stationen schilderte Hans Slama die damalige Situation in den Odenwalddörfern. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fiel im Odenwald manch eine Ortschaft der Armut zum Opfer und musste von ihren Bewohnern aufgegeben werden. Viele Bauern konnten ihr Überleben nur noch in der Auswanderung nach Amerika oder Umsiedlung in Nachbargemeinden suchen.
Auch der erst um 1707 am Nordhang des Reisenbacher Grundes angelegte Ort Unterferdinandsdorf gehört zu diesen verlassenen Wüstungen im südlichen Odenwald.Hans Slama führte die Rotarier an einige heute noch erkennbare Reste von Unterferdinandsdorf. Stationen waren ein aufgelassener Brunnenschacht, die ehemalige unbefestigte Dorfstraße (heute ein Holzabfuhrweg), eine Reihe von Häuserruinen und Mauerresten, der Steinerne Tisch als Rastplatz (errichtet 1810) und das Felsenhaus, das der berüchtigten Odenwälder Hölzerlipsbande als Unterschlupf bei den Verfolgungen durch die Gendamerie diente.
An den Stationen wusste Hans Slama von vielen Einzelheiten über die damaligen Verhältnisse und Lebensbedingungen der Odenwaldbewohner zu berichten. Für die Auflösung der beiden Dörfer Ober- und Unter-Ferdinandsdorf in der Mitte des 19. Jahrhunderts seien viele Faktoren verantwortlich gewesen.
Die Ferdinandsdorfer wurden unter zunehmend verschärften Lebensbedingungen in eine ausweglose Situation getrieben. Die kargen und steinigen und auch viel zu geringen Ackerflächen, eine weitverbreitete Kartoffelfäule und Missernten beim Getreideanbau nach lange anhaltenden Schlechtwetterperioden hatten die erheblich angewachsene Bevölkerung nicht mehr ernähren können. Die Folge waren extreme Hungersnöten, große Armut und tiefe Not.
Etwa zwei Drittel aller Ferdinandsdorfer wanderten um 1850 mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch den badischen Staat nach Amerika aus, um in der "Neuen Welt" zukunftsfähige Existenzen zu gründen.
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