Montag, 24.09.2018

Tanzende Orgelklänge

Martin Mahlmeister
Mittwoch, 05. 09. 2018 - 10:21 Uhr

Ganz bezaubernde Orgelklänge entlockte am Samstag, dem 1. September 2018, der Konzertorganist Paul Rosoman aus Neuseeland der englischen Orgel in der Sailaufer St. Vitus-Kirche. Unter dem Titel „Dancing with the Queen“, hatte Rosoman, der als Organist in der St...

Ganz bezaubernde Orgelklänge entlockte am Samstag, dem 1. September 2018, der Konzertorganist Paul Rosoman aus Neuseeland der englischen Orgel in der Sailaufer St. Vitus-Kirche.
Unter dem Titel „Dancing with the Queen“, hatte Rosoman, der als Organist in der St. Luke’s Church in Wellington tätig ist, ein ansprechendes sehr britisches Programm zusammengestellt.

Rosoman begann mit „Procession for a Festival“, einem mächtigen Werk des Neuseeländers Vernon Griffith, das er eigens zum Besuch der neugekrönten Königin Elisabeth II komponierte. Auch durften Orgelwerke der englischen Komponisten aus der viktorianischen Ära, Charles Villiers Stanford und Henry Smart, nicht fehlen. In seinen Ausführungen zu Beginn des Konzertes machte er die Zuhörer auf den eher unbekannten Komponisten Johann C.H. Rinck aufmerksam, von dem er 6 Variations on a Theme of Corelli, Op. 5 spielte.
Schwungvoll und sehr englisch ging es bei den drei Stücken Dance Suite, Waltz und Line Dance von Noel Rawsthorne zu, die folkloristische Melodien aus North-Yorkshire aufgriffen – dem Landstrich, aus dem die Orgel stammt.
Musik von G.F. Händel, Peter Warlock und John Stanley komplettierten das sehr gefühlvoll gestaltete Konzert. Nach dem herzlichen Applaus der begeisterten Besucher gab Paul Rosoman noch als Zugabe den Walzer Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch zum Besten.
Erfreut darüber, dass ein Gast „vom anderen Ende der Welt“ den Weg nach Sailauf gefunden habe, zeigte sich Organist Martin Mahlmeister. Er begrüßte Paul Rosoman und übersetzte dessen Ausführungen aus dem Englischen, bevor er an der Orgel dem Künstler als Registrant und Notenumblätterer assistierte.
Der Allrounder Rosoman gestaltet seit fünf Jahren während der Sommermonate eine vielbeachtete Konzerttour durch Deutschland, Polen, den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien. Dabei gilt sein Hauptinteresse auch den weniger bekannten Komponisten der englischen und deutschen Romantik. Er rückt gern besondere Orgelraritäten in die interessierte Öffentlichkeit.
Begeistert zeigte er sich von der englischen Orgel. Sie stammt aus der Werkstatt Harrison & Harrison aus Durham. Die Kirchengemeinde importierte die denkmalgeschützte Orgel aus dem Jahr 1902 und ließ sie umfassend restaurieren. Rosoman lobte die Fülle an Klangfarben der Orgel mit ihren 26 Registern, Pedal und drei Manualen. Das Instrument habe in der St. Vitus-Kirche einen passenden Raum mit guter Akustik, um seine Klangfülle zu entfalten.
Text: Susanne Mahlmeister

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