Montag, 17.06.2019

Obernauer Kirchenfahnen wehten über Nordkurdistan

Überreichung zweier Kirchenfahnen aus Obernau
Peter Spielmann
Freitag, 07. 06. 2019 - 11:23 Uhr

Ende April/Anfang Mai besuchte eine Delegation der Organisation „Initiative Christlicher Orient“ (ICO), darunter fünf Personen aus Aschaffenburg, die Region Kurdistan im Nordirak. Es war eine Informations- und Solidaritätsreise, die durch Informationen aus erster Hand über die schwierige Lage vor al...

Ende April/Anfang Mai besuchte eine Delegation der Organisation „Initiative Christlicher Orient“ (ICO), darunter fünf Personen aus Aschaffenburg, die Region Kurdistan im Nordirak. Es war eine Informations- und Solidaritätsreise, die durch Informationen aus erster Hand über die schwierige Lage vor allem der Christen und Jesiden aufklären sollte. Von den ehemals 1.3 Millionen irakischen Christen sind noch 250 000 geblieben, nachdem 2014 die Verfolgungswelle durch die islamistischen Gruppen über das Land hereingebrochen war.

Kurdistan ist mit seinen hohen zerklüfteten schneebedeckten Bergen, den breiten Flüssen und der immergrünen Niniveebene ein bezauberndes Land, dessen Bewohner in ihrer Frömmigkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft vorbildhaft sind. Auf dem Besuchsprogramm standen mehrere bis in die Frühzeit des Christentum hineinreichende Klöster, dann das jesidische Heiligtum in Lalesh, das Interview mit einem kurdischen Scheich, die Niniveebene ganz im Norden, die Teilnahme an einer Erstkommunionfeier und am Sankt Georgs Fest mit der Überreichung zweier Kirchenfahnen aus Obernau. (siehe Bild) Beeindruckend waren auch die Begegnungen mit den Bischöfen und Priestern, die voller Stolz ihre zum Teil wieder errichteten Kirchen, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser zeigten. Auch der Schrecken, den die verschiedenen islamistischen Gruppen mit ihren ungeheuerlichen Gräueltaten über das Land gebracht hatten, wie auch die Luftangriffe der türkischen Armee auf der Suche nach der PKK im Land, blieben nicht verborgen.

Es war eine Reise mit konkreten Zukunftsprojekten zur Ermutigung vor allem der dort lebenden Christen, die wesentlich die modern anmutende Zivilisation vor allem in den pulsierenden Großstädten mit aufgebaut haben. Die Ernüchterung, ausgelöst durch den militanten, Menschen verachtenden Islamismus, bleibt tief in der Erinnerung haften.

Peter Spielmann

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