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Streuobst - die gesunde Vielfalt

Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Aschaffenburg e.V.
Sonntag, 15. 11. 2020 - 19:10 Uhr

Die Streuobstbestände in Bayern gehören leider zu den stark gefährdeten Lebensräumen. Durch die Erweiterungen von Siedlungs- und Industrieflächen oder Verbrachung wegen Nutzungsaufgabe sind die Streuobstwiesen auch im Kahlgrund, im Spessart und am Bayer. Untermain rückläufig. Die Obstbaumbestände prägen seit Jahrhunderte die heimische Kulturlandschaft. Auch aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes kommt den Streuobstwiesen eine ganz besondere Bedeutung zu. Mit ihren vielfältigen Strukturen zählen sie zu den artenreichsten in Mitteleuropa und sie bieten Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um einen Beitrag zum Natur-, Umwelt- und Naturschutz zu leisten. Häufig bestehen wertvolle ökologische Wechselbeziehungen zwischen Obst- und Grünlandbestand. Diese sind vom Menschen geschaffen, ihre Existenz ist nur gesichert, wenn sie weiter gepflegt und bewirtschaftet werden. Dem Schutz und Erhalt solcher Biotope kommt daher eine große Bedeutung zu. Seit vielen Jahren unterstützt der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Aschaffenburg e.V. mit seinen angeschlossenen 34 Mitgliedsvereinen die Nachpflanzung alter Apfel- und Birnensorten. Der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Thomas Günther und der Ehrenvorsitzende Otmar Seidel vermittelten für die diesjährige Herbstpflanzung über 250 Obstbäume. Diese wurden Mitte November von Mitgliedern auf erhaltenswerten Streuobstwiesen oder in den Hausgärten im Stadt- und Landkreis Aschaffenburg gesetzt. Viele alte historische Apfel-, Birnen-, und Kirschensorten wie z.B. Berlepsch, Blenheimer, Boskoop, Danziger Kant, Goldparmäne, Gravensteiner, Kanadarenette, Knorbelkirsche, Korbiniansapfel, Mollebusch, Steinbacher, u.v.m. waren dabei. Auch viele Beeren- und Wildobststräucher wurden in den Hausgärten neu gepflanzt. Die Stärkung der Sortenvielfalt auf der Streuobstwiese oder im Garten und die Reduzierung von CO² in der Luft durch Neupflanzungen ist eine nachhaltige Möglichkeit zum Umwelt- und Klimaschutz. So konnte der Kreisverband in den letzten Jahren jährlich ca. 250 Obstbäume, Beerensträucher für Landschaft und Hausgarten den Mitgliedern vermitteln. Eine nachhaltige und umweltgerechte Förderung des Obst- und Gartenbaus, der Landespflege und des Umwelt- und Klimaschutzes, aber auch die Ortsverschönerung und der Erhalt der Kulturlandschaft sind Ziele des Kreisverbandes. Er unterstützt die Obst- und Gartenbauvereine vor Ort und übernimmt zentrale Aufgaben. Er stellt den Vereinen Fachinformationen zur Verfügung, organisiert Fachvorträge, Wettbewerbe, Lehrfahrten, Gartenpfleger-, Schnitt- und Veredlungskurse, insekten- und bienenfreundliches Saatgut, Schulung und Weiterbildung der Fachleute für den Obst- und Gartenbau, u.v.m. Wer sich für Garten, Streuobstwiesen oder eine lebenswerte Gestaltung seines Wohnumfeldes interessiert, ist beim OGV genau richtig. Tätigkeiten, Aktionen, Termine und Anschriften unter: www.kv-gartenbauvereine.de
Werner Oberle

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