Mittwoch, 08.12.2021

Thomas Mütze, Diskussion mit Schülerinnen der Maria-Ward-Schule

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Maria-Ward-Schule

Aschaffenburg
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Foto: l.schwenold
„Lauft niemandem hinterher, der einfache Lösungen verspricht!“ Thomas Mütze, Diskussion mit Schülerinnen der Maria-Ward-Schule Gefahr der Politikverdrossenheit, geringes Interesse an Wahlen – das sind Tendenzen, denen es entgegenzuwirken gilt...
„Lauft niemandem hinterher, der einfache Lösungen verspricht!“
Thomas Mütze, Diskussion mit Schülerinnen der Maria-Ward-Schule

Gefahr der Politikverdrossenheit, geringes Interesse an Wahlen – das sind Tendenzen, denen es entgegenzuwirken gilt. Und wer könnte lebensnäher und authentischer über politische Prozesse sprechen und damit das Interesse junger Menschen wecken als ein Politiker selbst?
Im Rahmen des Programms „Tag der Freien Schulen“ laden deshalb Schulen in freier Trägerschaft Politiker und Politikerinnen ein, um mit Schülern/Schülerinnen über den Stellenwert von Demokratie zu diskutieren.
Am 7. März 2016 besuchte Thomas Mütze, Mitglied des Bayerischen Landtags für Bündnis 90/Die Grünen, die Maria-Ward-Schule. Vor Schülerinnen der 10. Klassen (Realschule und Gymnasium) stellte er provokant die These auf: „Viele Leute wollen überhaupt keine Demokratie mehr!“ Viele seien dieses „ewige Gerede“ leid. Demokratie lebe aber nun einmal von Meinungsfreiheit und damit einer Vielfalt von Standpunkten. Dieser Pluralismus ist ein Wesensmerkmal der Demokratie; aber gerade damit hätten „Leute heute Schwierigkeiten“.
Mütze fragte die Schülerinnen ganz direkt: „Seid ihr froh, in einer Demokratie zu leben?“ Nach dem einhelligen „Ja“ der Zuhörerinnen hakte der Politiker nach: „Warum?“ Als Gründe nannten sie: „Ich kann meine Meinung frei äußern.“ „Ich kann die Partei frei wählen, der ich beitreten will.“ Gerade diese Vielfalt sei es aber, die politische Entscheidungen schwierig macht, betonte Thomas Mütze. Im politischen Entscheidungsprozess einer Demokratie müssen nämlich Kompromisse geschlossen werden. Es sei manchmal wohl schwer zu ertragen, dass die eigene Meinung, das eigene Wollen nicht zu 100 Prozent realisiert werden kann. Aber Meinungsfreiheit bedeutet eben auch, die Freiheit des anderen zu respektieren. Mütze appellierte an die Schülerinnen: „Bitte lauft niemandem hinterher, der einfache Lösungen verspricht! Es gibt keine einfachen Lösungen.“ Diese gebe es auch nicht in dem sehr schwierigen Bereich der Flüchtlingsproblematik. Der Politiker gestand, dass auch er keine Lösung parat habe. Aber er bat die Schülerinnen, an den Kernsatz des Grundgesetzes zu denken: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Es heiße nicht, die Würde des Deutschen sei unantastbar. Würden wir den ersten Satz unserer Verfassung nicht respektieren, könnten wir „unser ganzes Grundgesetz auf den Müll werfen“.
Lydia Schwenold-Werlin
Foto: Christof Popp
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