Dienstag, 15.10.2019

Geschwisterstreit, Ehekrisen, Krach zwischen Eltern und Kindern – eine Anleitung zum Verzeihen

Szene aus dem Stück "Forgotten" des Unterstufentheaters der Maria-Ward-Schule Aschaffenburg
Ellen Banhold
Sonntag, 14. 07. 2019 - 00:22 Uhr

Am 11. Juli konnte das Publikum in der Turnhalle der Maria-Ward-Schule die neueste Eigenproduktion der Schülertheatergruppe Chrisbin mit dem Titel „Forgotten“ genießen. Die 15-jährige Hauptfigur Chicago (Leni Brönner) wacht nach einem Unfall ohne Erinnerungen bei Familie Müller auf, d...

Am 11. Juli konnte das Publikum in der Turnhalle der Maria-Ward-Schule die neueste Eigenproduktion der Schülertheatergruppe Chrisbin mit dem Titel „Forgotten“ genießen.

Die 15-jährige Hauptfigur Chicago (Leni Brönner) wacht nach einem Unfall ohne Erinnerungen bei Familie Müller auf, die sie hilfsbereit aufnimmt. In diesem Mehrgenerationenhaushalt angekommen bemerkt die Jugendliche: Streit und Konflikte gehören zum Leben wohl dazu! So begegnen ihr und den Zuhörern immer wieder Streitigkeiten zwischen den Geschwistern Charles (Melina Kappes) und Celina (Sofie Boxberger) und deren Freundin Lena (Maja Rothermich) sowie urkomische Ehekonflikte zwischen Oma Hannelore (Sophie Schmitt) und Opa Alfredo (Christina Schneider). Der Besuch der örtlichen Polizei beweist, dass Familienmitglieder auch im Berufsleben nicht immer harmonieren: Kommissar Gandalf Fischer (Nelly Kajnath) und seine Tochter, die Polizistin Anna (Vanessa Best), ermitteln zwar fieberhaft, sind sich über Vorgehen und Art und Weise dieser Ermittlungen jedoch selten einig. Richtig interessant wird es für das Mädchen, als sie plötzlich die eigene Familie wieder neu kennenlernen muss. Das Verhältnis zwischen Chicago und ihrer Schwester Luca (Samira Reißfelder) wird durch deren Alkoholproblem erschwert und der Verlust der Mutter belastet die Familie und ist für den Vater (Aileen Neuendorf) Bürde bei der Erziehung seiner Töchter. Und wer dachte, dass dies nicht ausreichend soziale Herausforderungen für den Teenie sind: Da ist ja noch die Sache mit der Liebe! Zu Lucas Kumpel Joshua (Shrishti Sharma) hat Chicago sofort eine gute Beziehung und verliebt sich in ihn. Doch das Publikum weiß, dass gerade Chicagos erste große Liebe für das Schlamassel mit den fehlenden Erinnerungen verantwortlich ist. Nach der Aufklärung durch die ambitionierte Polizistin Anna weiß Chicago Bescheid: Joshua und sein Freund Max (Mia Zawidzki) haben in jugendlichem Leichtsinn das Auto der Eltern entwendet und bei einer Spazierfahrt Chicago angefahren und einfach auf der Straße liegen lassen.

Am Ende kann der Zuschauer sehen, dass eine Anleitung zum Verzeihen nicht existiert, sondern alle im wertschätzenden Umgang miteinander eine Lösung finden können. Vorbild dafür liefert allemal die tolle Zusammenarbeit zwischen der betreuenden Lehrkraft Angelika Jäkel, den Schauspielerinnen und den Theaterleitungen Alexandra Justus, Katharina Pick, Chiara Neuendorf und Victoria Englert.

Ellen Banhold

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