Dienstag, 03.08.2021

Streckenflugwoche mit Höhen und Hindernissen

LSV Seligenstadt-Zellhausen Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe LSV Seligenstadt-Zellhausen

Mainhausen
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2 Min.

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Foto: LSVZulu
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Auf Strecke nördlich der Stuttgarter Kontrollzone
Foto: Bastian Blinten
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Perspektive vom Rücksitz des Hochleistungsdoppelsitzers Duo Discus
Foto: Timo Ewald
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Auf Strecke
Foto: Sebastian Groß
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Nadine Schommartz, 2. Vorsitzende des Vereins entspannt vor dem Start
Foto: Axel Springer
Sportfachgruppenleiter Segelflug Sebastian Groß hatte die Veranstaltung des LSV Seligenstadt-Zellhausen angeregt und organisiert, um das Streckenfliegen mit dem Segelflugzeug zu fördern.

Dabei ging es nicht nur darum, den erfahrenen Piloten in der vergleichsweise kurzen Saison zusätzliche Möglichkeiten für lange Flüge zu bieten, sondern gerade den weniger erfahrenen und Einsteigern Lernfortschritte zu ermöglichen.

Ein Streckenflug ohne Motor? Das klingt wie eine Fahrradtour ohne Kette. Wie legt ein Segelflugzeug ohne Antrieb größere Distanzen zurück? Zunächst einmal setzt es eine einmal gewonnene Höhe sehr effizient in Strecke um. Genau wie ein Fahrrad, das ein Gefälle herunterrollt, erhält es dabei die Geschwindigkeit, die es zum Fliegen braucht. Moderne Segelflugzeuge sind so widerstandsarm, dass sie aus einem km Höhe 40 – 50 km weit segeln können. Das reicht, um damit sehr erfolgreich durch die Luft zu reisen. Das immer wieder nötige Steigen besorgt die Thermik.

Leider hatten die Meteorologen gleich zu Beginn keine guten Nachrichten für die Segelflieger, die wie alle anderen auch nach dem langen Lockdown etwas Abwechslung vertragen konnten. Gleich der erste Flugtag fiel buchstäblich ins Wasser. Der Pfingstsonntag ließ einige Flüge in Platznähe zu, an Streckenflüge war aber immer noch nicht zu denken. Aufgrund von starken Regenschauern wurde der Flugbetrieb nachmittags zeitweise unterbrochen und der ein oder andere Pilot bekam bereits in der Luft eine „Dusche“ ab.

Erst am Pfingstmontag gab es die Chance für erste Ausflüge, welche überwiegend die geübten Piloten nutzen konnten. Anfängertauglich waren die Bedingungen noch nicht.

Zudem mussten die drei folgenden Flugtage wetterbedingt abgeblasen werden. Petrus verlangte den verhinderten Piloten Geduld ab und ihre Familien mussten ob ihrer verhaltenen Laune viel Nachsicht aufbringen.

Erst für den Freitag kündigte sich eine Besserung an. Dann ging es tatsächlich wieder in die Luft.

Sebastian Groß stellte je nach Erfahrung der Segelflieger für den Samstag und Sonntag jeweils eine kleine und große Aufgabe von 175 bzw. rund 385 km. Am weitesten flog Frank Lehmann mit 444 km. Von den Nachwuchspiloten erbrachte Philipp Sauer die bemerkenswerteste Leistung als er mit dem vergleichsweise leistungsschwachen Schulungseinsitzer 191 km über Odenwald und Spessart zurücklegte.

Insgesamt erreichten alle Piloten zusammen trotz des Wetters eine Gesamtdistanz von 7.002 km.

Einerseits markieren diese Distanzen Erfolgserlebnisse, die Faszination des Streckenflugs lässt sich aber nur unzureichend in Zahlen ausdrücken. Es ist ein besonderes Erlebnis, nur getragen durch die Kräfte der Natur zu reisen und sich längere Zeit und über größere Entfernungen in einem anderen Element zu befinden.

Trotz Hindernissen hat Sebastian Groß mit der Streckenflugwoche einen Saisonhöhepunkt ins Leben gerufen, der in den kommenden Jahren gerne eine Fortsetzung finden darf. Das Luftreisen „ohne Antrieb“ hat begeistert.

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