Freitag, 04.12.2020
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Punktlandung - Saisonrückblickdes LSV Seligenstadt-Zellhausen

Abendliche Herbststimmung im Motorsegler Dimona.
Tim Stuhlmacher
Mittwoch, 18. 11. 2020 - 00:15 Uhr

Seit Anfang November kreisen keine Segelflugzeuge mehr über Zellhausen. Trotz der sich erneut zuspitzenden Corona-Situation konnte die Saison planmäßig zu Ende geführt werden. Im Frühjahr mussten die Piloten des LSV Seligenstadt-Zellhausen während des Lockdowns noch bei bestem Flugwetter am Boden bleiben. Aktuell hatte man mehr Glück. Nur einen Tag nach Saisonende begann der erneute "Lockdown light". Punktlandung!

Nicht nur die Hygieneregeln machten dieses Jahr zu einem besonderen. Für einige bedeutete Corona auch, durch Kurzarbeit unerwartet viel Zeit zu haben. So gingen einige Piloten nach dem verspäteten Saisonbeginn auch unter der Woche auf "Streckenjagd" und holten so manchen verpassten Flug nach.

Der Saisonhöhepunkt war das Fliegerlager in Leibertingen auf der Schwäbischen Alb. Dort war Petrus besonders gut gelaunt und es ging zwei Wochen lang jeden Tag in die Luft. Viele erflogen persönliche Streckenflugrekorde. Die Flugschüler machten gute Fortschritte, sammelten Starts und zwei von ihnen flogen sich frei, das heißt, sie dürfen nun alleine ohne Fluglehrer unterwegs sein. Die Süddeutsche Landschaft bis hin zum Bodensee aus der Luft zu erkunden, hatte zudem seinen besonderen Reiz.

Der Herbst brachte gerade für die jungen Piloten noch einmal eine spannende Herausforderung. Beim Jugendvergleichsfliegen in Hirzenhain holten die Zellhäuser unter anderem die Plätze 1 und 3.

Die letzten Wochen ohne nennenswerte Thermik eigneten sich prächtig, um Starts zu sammeln, welche auch für zwei Anwärter auf eine Fluglehrerausbildung Voraussetzung waren. Am 1. November um 15.16 setzte der Schulungsdoppelsitzer dann ein letztes Mal auf und beendete die Segelflugsaison 2020.

Eine weitere Punktlandung hatte am Tag zuvor jedoch noch der Flugschüler Noah Kleeberg vollbracht. Am 20.6. war er beim Schnupperfliegen hoffnungslos mit dem Fliegervirus infiziert worden. Gerade einmal vier Monate später schaffte er direkt vor Saisonende seine ersten Alleinflüge. Er hat gezeigt, dass auch ein 14-jähriger mit etwas Talent und Engagement innerhalb kurzer Zeit lernen kann, ein € 120.000 Euro teures Segelflugzeug eigenständig zu fliegen.

Einen Wermutstropfen erlebte der Verein in 2020 hinsichtlich des Motorflugs. Zwei Motormaschinen mussten aufgrund von Schäden über Monate am Boden bleiben. Dies änderte sich erst zum Saisonende. Da ein Motorflugzeug zum Betrieb jedoch keine Mannschaft benötigt und man auch alleine unterwegs sein kann, erlauben die Corona-Bestimmungen noch Flüge. Aufgrund des aktuell sehr geringen Verkehrsaufkommens am Frankfurter Flughafen führen diese häufig zur Skyline oder zu einem tiefen Überflug des Rhein-Main-Airports,eine nette Abwechslung, um die Saison ausklingen zu lassen.

FFür die Segelflieger beginnt nun wieder die entbehrungsreiche Zeit, in welcher sie den Steuerknüppel gegen Watte und Politur tauschen und sie beim “Streicheln” der Flugzeuge vom nächsten Saisonstart träumen. Möge er pünktlich kommen...

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