Freitag, 16.11.2018

Pfui Spinne - nicht beim LBV

Keine Angst vor großen Krabblern - Vogelspinnen in Terrarien von Michael Herrmann
Thomas Staab/LBV
Montag, 30. 07. 2018 - 10:44 Uhr

Nicht nur um Ängste und Ekelgefühle abzubauen veranstaltet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) jährlich eine „Offene Gartentür“ zum Thema Spinnen. Auch heuer übernahm Spinnenfreund Michael Herrmann die Führung in der Umweltstation...

Nicht nur um Ängste und Ekelgefühle abzubauen veranstaltet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) jährlich eine „Offene Gartentür“ zum Thema Spinnen. Auch heuer übernahm Spinnenfreund Michael Herrmann die Führung in der Umweltstation. Dabei räumte er gleich zu Beginn mit einigen Vorurteilen auf und begeisterte seine Zuhörer mit Fakten aus der Spinnenwelt.
Die erfolgreiche Spezies kommt mit etwa 80.000 Arten auf der Erde vor. Bei uns in Deutschland leben ca. 1.000 Arten von denen etwa ein Drittel in ihrem Bestand gefährdet ist. Spinnen sind auf der ganzen Welt verbreitet, außer im ewigen Eis und in einigen Wüstenregionen. Sie ernähren sich alle von Tieren, überwiegend von Insekten. Viele sind kannibalisch und fressen den Partner oder gar den Nachwuchs! Wissenschaftler haben errechnet, dass Spinnen weltweit etwa 800 Mio. Tonnen Insekten vertilgen. Unvorstellbar für uns Menschen, was passieren würde, wenn dies nicht so wäre!
Auch mit dem Ammenmärchen, dass Spinnen stechen, räumte Herrmann auf. „Wie soll das gehen: sie haben keinen Stachel. Allerdings können sie beißen“. Die einzige Art, die dem Menschen in Deutschland gefährlich werden kann, ist der Dornfinger! Ein Biss fühlt sich ähnlich an wie ein Wespenstich. Lediglich bei Allergikern kann dies zu schlimmeren Folgen führen wie bis zu zwei Wochen langen lokalen Lähmungserscheinungen. „Die Zecke ist immer noch die gefährlichste Spinne Deutschlands“, so der Referent.
Herrmann verblüffte weiter seine Gäste mit Aussagen wie: „Wenn Spinnen ihre Fangnetze abbauen und recyceln, ist das ein Zeichen, dass es innerhalb von 24 Stunden regnen wird“.
Und: „Spinnenseide hat vergleichsweise eine 100fache höhere Reißfestigkeit als ein Stahlseil“.
Der Spinnenfreund hatte auch wieder mehrere Vogelspinnenarten in Terrarien dabei. Diese konnten im kühlen Bernd Hofer-Haus gefahrlos aus nächster Nähe betrachtet werden. Den Applaus am Ende der Veranstaltung störte die Tiere nicht: Spinnen haben keine Ohren und können demnach auch nicht hören!
Weitere Informationen unter: untermain.lbv.de

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