Freitag, 10.07.2020
75 Jahre Main-echo Main-Echo Startseite

Wildes Tierleben - Wanderung ins Biberreich

Die Teilnehmer konnten tatsächlich Biber beobachten
Wolfgang Neuberger
Dienstag, 30. 06. 2020 - 07:17 Uhr

lautete die Ankündigung von der LBV Regionalgruppe Aschaffenburg- Miltenberg zu der Wanderung am Samstag Abend, mit der garantierten Sichtung mindestens eines Biber. Trotz der heißen Temperaturen am späten Nachmittag haben sieben Teilnehmer es sich nicht nehmen lassen an der Wanderung ins Auenbiotop Großheubach teil zu nehmen.
Nach den Erläuterungen zu den Hygiene-und Abstandsmaßnahmen begrüßte Wolfgang Neuberger, Naturschutzwächter und Biberkartierer/-beauftragter im Landkreis Miltenberg, die Teilnehmer und erzählte zunächst Wissenswerte zum Dämmerungs- und Nachtaktiven Biber, ein Vegetarierer durch und durch. An Hand von Biberpräperaten wurde auf den Körperbau eingegangen, der hervorragend an das Leben im Wasser angepasst ist, und die typischen Merkmale hervorgehoben. Eindrucksvoll war wie immer die Dichte des Biberfells. Auf einen cm² befinden sich auf dem Rücken ca.12000 Haare und auf der Bauchseite sogar ca. 23000. Da dieses Fell eine besonderen Pflege bedarf besitzt der Biber an den Hinderläufen je einen „Kamm“- die sogenannte Putzkralle, die geteilt ist. Als reiner Pflanzenfresser hat er natürlich das entsprechende Gebiss, die Nahrung besteht während der Vegetationszeit aus Pflanzen die rund um das Gewässer blühen und in den Wintermonaten aus der Rinde von vorzugsweise Weichhölzern wie die Weide und jungen Triebe und Blätter die in den Baumkronen noch zu finden sind. Um an diese Kostbarkeiten zu kommen muss er auch Bäume fällen Dafür sind die vier mit Eisen eingelagerten Nagezähne bestens geeignet.
Der heute streng geschützte Biber war bis vor wenigen Jahren fast 100 Jahre lang so gut wie ausgestorben. Grund dafür waren das dichte Fell, das Fleisch des Bibers und sein Markierungssekret dem sogenannten Bibergeil. Diese waren im Mittelalter so begehrt das er bis fast zur Ausrottung bejagt wurde.
Schutzmaßnahmen und Wiedereinbürgerungen haben dem Biber geholfen sich wieder in seinen früher angestammten Wohnräume, viele Orts und Flurnamen verraten dies, ansiedeln konnte.
So hatten wir bei der Wanderung das Glück nicht einen Biber zu sehen sondern gleich vier aus der Familie im Auenbiotop Großheubach. Die „Krönung“ dabei war, dass einer der beiden Elterntiere vor unseren Augen (siehe beigefügtes Foto) vor unseren Augen einen Biberwechsel querte. So wurde die Wanderung für alle ein richtiges Erlebnis.

Text: Wolfgang Neuberger

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden