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Mit dem LBV bei den Wölfen

Bei der Wolfsführung wurde mit den Märchen rund um den Wolf ausgeräumt
Andrea Kammer
Mittwoch, 23. 09. 2020 - 11:41 Uhr



Einst war der Wolf weit verbreitet, nun ist er eine Besonderheit geworden und dank strengster Schutzmaßnahmen auch wieder in unserer Region zu finden. Da ist die Unsicherheit groß und Menschen, die mit alten Märchen vom bösen Wolf aufräumen können, sind umso wichtiger geworden. Einer davon ist der Wolfsberater und LBV-Experte Günter Trapp, der regelmäßig informative Führungen im Wildpark Alte Fasanerie in Hanau-Kleinauheim anbietet.

So auch an diesem Spätsommernachmittag, an dem eine kleine Gruppe an der Führung des Landesbund für Vogelschutz (LBV) teilnahm. Dort konnten die Besucher die Grau- und Polarwölfe aus nächster Nähe bewundern und erfuhren, dass diese in Familienverbänden von sieben bis zehn Tieren leben. Dabei helfen die älteren Geschwister bei der Aufzucht der Welpen, bis sie nach etwa zwei Jahren die Familie verlassen und ein eignes Revier und einen Partner suchen. Der Wolf erbeutet v.a. junge oder schwache Tiere und würde so von Natur aus die Bestände von Wildschweinen und Rehen regulieren. Außerdem jagt er auch kleinere Beutetiere. Große, ausgewachsene Tiere können sich jedoch gut gegen den Wolf wehren, wie der Wolfsexperte an Hand eines Keilergebisses demonstrierte.

Von Natur aus hält der scheue Wolf sich vom Menschen fern, nutzt aber die gleiche Kulturlandschaft wie der Mensch. Grundsätzlich bedeutet der Wolf für den Menschen keine Gefahr. Probleme entstehen dann, wenn der Wolf vom Menschen angefüttert wird. Auch den weiteren großen Problembereich, Risse von Nutztieren sprach Trapp an. Da Schafe und Ziegen eine leichte Beute für den Wolf sind, sind entsprechende Maßnahmen zu deren Schutz in Form von Herdenschutzhunden und Elektrozäunen sehr wichtig.

Anschließend ging es noch zu den Luchsen, wo der Wolfsexperte die Unterschiede zwischen den beiden Beutegreifern erläuterte. Auch wurden bei der Führung die wichtigsten Beutetiere der großen Beutegreifer, Reh, Hirsch und Wildschwein vorgestellt.

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