Montag, 19.11.2018

Aschaffenburger Orgeltour

peterschaefer
Donnerstag, 14. 06. 2018 - 15:05 Uhr

Über 100 Orgelbegeisterte folgten am Samstag der Einladung des Aschaffenburger Regionalzentrums für Kirchenmusik zu einer Orgeltour durch vier Kirchen in der Aschaffenburger Innenstadt. Regionalkantor Peter Schäfer gab jeweils Informationen über die Instrumente und den Wechsel der Klangsti...

Über 100 Orgelbegeisterte folgten am Samstag der Einladung des Aschaffenburger Regionalzentrums für Kirchenmusik zu einer Orgeltour durch vier Kirchen in der Aschaffenburger Innenstadt.
Regionalkantor Peter Schäfer gab jeweils Informationen über die Instrumente und den Wechsel der Klangstile.
Den Auftakt machte die 1962 von Gustav Weiss aus Zellingen erbaute Orgel in St. Agatha. Das stattliche Werk mit 39 Registern bezauberte beim Spiel von Peter Schäfer mit feinen Abstufung der fast noch romantischen Klangfarben in Variationen von Dandrieu und einem ausgelassenen Rondo von Mozart. Auch als Begleitinstrument zum beeindruckenden Gesang der Sopranistin Anna-Lucia Leone zeigte sie ihre Qualität im heiter-virtuosen “Salve Regina“ von Terziani und dem opernhaften "O divine Redeemer" von Gounod. Groovige Improvisationen beschlossen die Vorstellung.

In der Ev. Christuskirche hatte Stadtkantorin Caroline Roth gemeinsam mit Dekanatskantor Chistoph Emanuel ein Programm mit Musik für zwei Truhenorgeln vorbereitet. Die beiden Instrumente von Rohlf und Jann sind wunderbar aufeinander abgestimmt, und so war es ein Vergnügen, diese filigranen Klänge zu genießen. Der heitere Charakter der Stücke von Piazza, Gabrieli, Soler, Joh. Christian Bach in erfrischender Interpretation traf genau die Stimmung an diesem sonnigen Nachmittag. Mit einem Ragtime von Scott Joplin entließen die Künstler das begeisterte Publikum.

Eine schöne Orgel im Stil des süddeutschen Neobarocks mit 35 Registern steht in der Muttergotteskirche. Sie wurde 1971 von Steinmeyer erbaut und vom Alzenauer Dekanatskantor und Pädagogen Matthias Tautz eindrucksvoll präsentiert. In den Stücken von Bach, Rheinberger, Dupré und Jones kamen sowohl die warmen Grundstimmen wie auch das satte Plenum bestens zur Geltung.

Zum Schluss führte der Rundgang in die Stiftskirche mit ihrer bis ins 14. Jh. zurückreichenden Orgelkultur. Der junge Kirchenmusiker, Pädagoge und Chorleiter Karsten Schwind stellte die 1994 erbaute und 2013 modifizierte Klais-Orgel mit Bachs Toccata mit Fuge d-Moll und Werken von Reger, Franck und Dupre vor und setzte mit seinem engagierten Spiel die ganze orchestrale Fülle des monumentalen Werks ins beste Licht.
Zum Abschluss gab es noch einen Umtrunk im lauschigen Kreuzgang mit reger Unterhaltung und Fachsimpeleien rund um die Orgel. Den Rahmen gestaltete Robert Eidenschink mit seiner entzückenden Drehorgel. Einhelliger Tenor der der Anwesenden: Unbedingt weiterführen. RZ

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