Donnerstag, 20.09.2018

Das Kräutersammeln zum Fest Maria Himmelfahrt in Wenigumstadt -

Kräutersammlung zu "Maria Himmelfahrt" in Wenigumstadt
Thorsten.Rollmann
Dienstag, 04. 09. 2018 - 00:16 Uhr

Wie ein alter Brauch erfolgreich wiederbelebt wurde Großostheim-Wenigumstadt. Alljährlich um den Festtag Maria Himmelfahrt, der im katholischen Bayern am 15 August gefeiert wird, ziehen Menschen in die Flur um Heilkräuter für ihre „Wärzberre“ zu suchen, die sie dann im Gottesdienst wei...

Wie ein alter Brauch erfolgreich wiederbelebt wurde

Großostheim-Wenigumstadt. Alljährlich um den Festtag Maria Himmelfahrt, der im katholischen Bayern am 15 August gefeiert wird, ziehen Menschen in die Flur um Heilkräuter für ihre „Wärzberre“ zu suchen, die sie dann im Gottesdienst weihen lassen. Auch in Wenigumstadt war dieser alte Brauch in Vergessenheit geraten. Büchereileiterin Maria Hock führte schon 1989 das Kräutersammeln und die Kräuterweihe im Dorf wieder ein. Mit dem damaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Reinhold Fäth, fand sich ein Kräuterexperte für die gemeinsame Führung durch die Wenigumstädter Gemarkung. Um öffentliches Interesse zu wecken, organisierte das Bücherei-Team unter anderem Fachvorträge, Buchausstellungen und Kräuterausstellungen. Seit 1997 führen Edeltraud und Erwin Hegmann, die sich durch Literatur und Wissensvermittlung ihres Vorgängers Reinhold Fäth intensiv vorbereitet hatten, die jährliche Kräutersammlung durch. Am Samstag sammelten ab 9 Uhr Erwachsene und Kinder bei einer rund zweistündigen Wanderung durch die Wenigumstädter Flur alles was in den Kräuterbüschel, der so genannten „Wärzberre“ gehört. Von Region zu Region können hierzu verschiedene Heilkräuter Verwendung finden, erläutert Edeltraud Hegmann. Bis zu 44 Heilkräuter haben die Hegmanns in den vergangenen Jahren in der Flur von Wenigumstadt entdeckt und für die Heimatkirche St. Sebastian gebunden. Hierzu gehörten die Ackerwitwenblume, Ampfer, Baldrian, Beifuß, Berufekraut, Blutweiderich, Breitwegerich, Brennnessel, Dost, Eisenkraut, Flockenblume, Flohknöterich, Gänsefingerkraut, Greiskraut, Johanniskraut, Kamille, Kohldistel, Königskerze, Kratzdistel, gelbes Labkraut, weißes Labkraut, Elisabethenstroh, aufgeblasenes Leimkraut, weißes Leimkraut, Mädesüß, Nachtkerze, Odermennig, Pastinak, Rainfarn, Rossminze, Schachtelhalm, Schafgarbe, Seifenkraut, Spitzwegerich, weißer Steinklee, Wiesenstorchenschnabel, Sumpfstorchenschnabel, Teufelsabbiss, Wasserdost, Wegwarte, Weidenröschen, Weizen, Wilde Karde und Wilde Möhre. Bereits im Jahre 827 entdeckte der Benediktinermönch Walahfrid Strabus von der Reichenau, die Heilkraft der Kräuter seines Klostergartens. Seine überlieferten Gedichte über Kräuter sind geistvoller Beleg für die verständnisvolle Erfassung des Natur- und Heilswissen aus den Tagen des Ausklingens antik römischer Kultur. thro

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