Samstag, 04.12.2021

Die Corona-Pandemie aus Sicht eines Virologen. Vortrag von Dr. Martin Stürmer am Dalberg-Gymnasium

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Karl-Theodor-v.-Dalberg-Gymnasium

Aschaffenburg
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Virologe Dr. Stürmer während des Vortrags
Foto: Dr. Martin Trageser
Die Corona-Pandemie sei nach Sars und der Schweinegrippe die dritte Pandemie seines Berufslebens, stellte der Virologe Dr. Martin Stürmer zu Beginn seines Vortrags am Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg fest...
Die Corona-Pandemie sei nach Sars und der Schweinegrippe die dritte Pandemie seines Berufslebens, stellte der Virologe Dr. Martin Stürmer zu Beginn seines Vortrags am Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg fest. Eigentlich hätte das Gespräch vor einem Jahr stattfinden sollen, doch die damaligen Corona-Maßnahmen verhinderten das Gespräch buchstäblich in letzter Minute. Umso erfreulicher war es, dass die Schülerinnen und Schüler der Q12 nun mit einem Jahr Verspätung, Fragen an einen ausgewiesenen Experten, der eine Vielzahl von Publikationen veröffentlicht hat und durch seine Bewertung der Corona-Lage im Fernsehen bundesweit bekannt ist, stellen konnten. Nachdem Dr. Stürmer kurz seinen Werdegang skizzierte und auf seine guten wie schlechten Erfahrungen mit den Medien einging, stellte er ein Fazit des Umgangs mit Covid19 im vergangenen Jahr dar. Als positiv bewertete er das schnelle Finden des Erregers, die Erkenntnis, dass Aerosole für dessen Verbreitung verantwortlich sind und man sich daher mit der AHA+L-Regel gut schützen kann. Vor allem die schnelle Entwicklung von wirksamen Impfstoffen ist positiv zu bewerten. Allerdings gibt es auch negative Aspekte: Die Pandemiepläne waren nicht konsequent umgesetzt worden, sodass zu Beginn der Pandemie Masken fehlten. Bei den Meldungen und der Nachverfolgung von Infektionen herrschte teilweise Chaos. Die sozialen Medien, aber auch das Kompetenzgerangel prominenter Virologen wurden ebenso kritisiert, wie der Flickenteppich an unterschiedlichen Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern. Nach diesem Rückblick ging es um einen Ausblick in die Zukunft, zu der die Schülerinnen und Schüler viele Fragen hatten. Dr. Stürmer stellte fest, dass die Impfquote noch nicht ausreiche und mit steigenden Infektionen vor allem bei Jüngeren und Ungeimpften im Herbst und Winter zu rechnen sei. Zudem werde es wahrscheinlich eine größere Grippewelle mit Hospitalisierungen geben. Er rechnet jedoch damit, dass man im Frühjahr 2022 zur „Normalität“ zurückkehren könne, denn bis dahin werden auch Kinder ein Impfangebot bekommen haben. Dr. Stürmer hofft darauf, dass Lehren aus der Pandemie gezogen werden und manche positiven Errungenschaften, wie weniger Dienstreisen oder die Förderung der Digitalisierung, erhalten bleiben. Viel zu schnell ging bei dem informativen Vortrag die Zeit vorbei, manche Fragen blieben leider offen und doch gewannen die Zuhörer neue Erkenntnisse, über die sich nachzudenken lohnt.
Dr. Martin Trageser
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