Samstag, 16.02.2019

Palästinensischer Pianist in der Karl-Amberg-Mittelschule

Friedel Dehn
Montag, 11. 02. 2019 - 12:57 Uhr

Aeham Ahmad ist ein hervorragender Pianist, der sowohl die klassischen Stücke von Mozart oder Beethoven beherrscht, als auch arabische Musik und Jazz. Er verbindet alles miteinander. Davon konnten sich die 340 Schülerinnen und Schüler der Karl-Amberg-Mittelschule am Freitag, den 8...

Aeham Ahmad ist ein hervorragender Pianist, der sowohl die klassischen Stücke von Mozart oder Beethoven beherrscht, als auch arabische Musik und Jazz. Er verbindet alles miteinander. Davon konnten sich die 340 Schülerinnen und Schüler der Karl-Amberg-Mittelschule am Freitag, den 8. Februar überzeugen. Sehr gut ergänzten sich die von Martin Hahn einfühlsam gestaltete Lesung aus Ahmads Buch "Und die Vögel werden singen" und die vorgetragenen Lieder und Musikstücke. Geboren wurde Aeham Ahmad in Syrien. Seine Großeltern waren aus Palästina dorthin geflüchtet. Er wuchs in dem Vorort Jarmouk der Hauptstadt Damaskus auf.
Dort herrscht seit acht Jahren Krieg. Viele Häuser wurden zerbombt, auch in dem Stadtteil der etwa 160 000 Palestinenser. Was sollte der Musiklehrer tun? Flüchten wie viele seiner Landleute? Er wollte lieber in dem Land bleiben und den Menschen mit seiner Musik Hoffnung machen. Bekannt wurde er 2014/2015 durch seine öffentlichen Auftritte auf den Straßen im Flüchtlingslager Jarmouk. Die selbst gedrehten Videos stellte er auf Youtube. So wurde er als Klavierspieler auf den Straßen auch bei uns bekannt.
Als der IS nach Jarmouk kam, wurde alles noch viel schlimmer. Musik auf den Straßen—das ging gar nicht. Sein Klavier wurde mit Benzin übergossen und angezündet. Fast wäre er als Besitzer des Klavieres erschossen worden, aber sein Vater rettete ihn, indem er angab, es sei sein Klavier. 2015 flüchtete Aeham alleine über die Türkei, Griechenland und viele andere Länder meist zu Fuß nach Deutschland. Jetzt lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Wiesbaden. Berührt von seiner Lebensgeschichte hörten die Anwesenden sehr aufmerksam zu und stellten viele Fragen.

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