Mittwoch, 20.03.2019

Auf dem Lebensweg ins Alter - mein Lebensweg im Alter...

Gestaltete Mitte
Evelyn Elbert
Mittwoch, 13. 03. 2019 - 22:06 Uhr

Zu diesem gut besuchten Besinnungsabend mit Diplom-Theologin Barbara Lurz, Würzburg, hat der Kath. Frauenbund Bürgstadt in den Pfarrsaal eingeladen. Wer lange leben will, muss bereit sein, alt zu werden...

Zu diesem gut besuchten Besinnungsabend mit Diplom-Theologin Barbara Lurz, Würzburg, hat der Kath. Frauenbund Bürgstadt in den Pfarrsaal eingeladen.
Wer lange leben will, muss bereit sein, alt zu werden. Das ist eine altbekannte Tatsache. Den Wechsel ins Alter erlebt die heutige Gesellschaft allerdings, so die Referentin, in einer Zeit des Jugendwahns, die "alte Menschen" gerne hinter dem Begriff "Senioren" versteckt. Wir bringen "alte" Menschen in Seniorenheimen unter, wir engagieren uns in der Seniorenbetreuung, begleiten Seniorenvereine, bieten Seniorenveranstaltungen an usw.
In frühen Kulturen und Religionen kommt dagegen dem Alter eine besondere Wertschätzung zu, verfügen doch die alten Menschen über einen, in ihrem langen Leben gesammelten Erfahrungs- und Wissensschatz, den man seit jeher als Altersweisheit bezeichnet. Alte Frauen galten immer als "lebender Kulturschatz" und wurden "Große Mutter" genannt, weil sie, so wird es erklärt, das Leben innerhalb der Familie und Dorfgemeinschaft "mit der Milch heilsamer Lebenserfahrung nähren."
Es ist auch heute ein Privileg, alt zu werden und in den meisten Fällen auch gern alt zu sein. Dem Wunsch des KDFB entsprechend, wurde von der Referentin die Frau im Vordergrund gesehen, die Frau mit ihren (in einem Bild dargestellt) 4 Gesichtern = 4 Lebensphasen: Kind, Jugendliche, Mutter, Großmutter, von denen jedes Lebensalter das Gesicht der alten Frau prägt und sich in den Furchen und Falten eines reichen, langen, oft auch schweren Lebens wiederspiegelt und ihm die Würde gibt.
Durch ihr wechselvolles Leben kann die alte Frau durch die Herausforderungen und Lehren, mit denen sie im Laufe ihre Lebens konfrontiert und geprüft wurde, selbst zur Beraterin und Lehrerin werden, indem sie ihre vielfältigen Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Altersweisheit, vor allem auch ihre Beziehung zu Gott an die nächsten Generationen weitergibt.
Die Referentin kannte viele Beispiele für alte Menschen/Frauen, auch im Alter noch Einfluss zu nehmen und zwar geschützt von der Tatsache des Alters: sie müssen z.B. nicht mehr erziehen, plädieren oder protestieren..., aber sie dürfen und sollen es trotzdem auch tun, und dann aber laut und deutlich, denn sie haben das Recht, von ihrer Überzeugung aus ihrer Erfahrung und Altersweisheit....heraus Gebrauch zu machen und die Gesellschaft mit der "Milch heilsamer Lebenserfahrung zu nähren" und zu bewahren.
Es war ein anregender und ermutigender Abend, mit Dank von Hildegard Bucher an die Referentin.

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