Dienstag, 19.11.2019

Gedenken und Erinnern im Museum jüdischer Geschichte

Mitglieder der Jungen Union im Museum jüdischer Geschichte mit den Referenten (Mitte links: Peter Körner, mitte rechts: Dr. Josef Pechtl)
Gustav Schleicher
Donnerstag, 07. 11. 2019 - 01:52 Uhr

Kurz vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht haben Mitglieder der Jungen Union Aschaffenburg das Museum jüdischer Geschichte und Kultur besucht. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Josef Pechtl, Vorsitzender des Fördervereins Wolfsthalplatz, und Peter Körner, Aschaffenburger Historiker und Journalist, konnte die Gruppe vieles über jüdisches Leben in Aschaffenburg erfahren. Peter Körner, der in den letzten Jahren sehr intensive Recherchen zur NS-Zeit in Aschaffenburg betrieben hat, kann mittlerweile auf einen großen Wissensschatz und Archivmaterial zurückgreifen. In nächster Zeit würden weitere Dokumentationen veröffentlicht.

Dr. Pechtl und Herr Körner gaben während der Führung einen kurzen Überblick zur Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt seit dem 13. Jahrhundert. Interessant war dabei die Rekonstruktion der Ereignisse zu den Novemberpogromen in Aschaffenburg selbst, die über das allgemeine Geschichtswissen zu diesen Ereignissen hinausgehen. "Nicht nur in den Lehrplänen ist Aufarbeitung der NS-Zeit gegenwärtig. Aber gerade durch einen lokaler Bezug werden die Verbrechen noch einmal besonders greifbar und verleihen der Erinnerungskultur eine besondere Tiefe", so der JU-Vorsitzende Gustav Schleicher.

Sehr beeindruckend war die Darstellung der Synagoge, der durch ein kleines Modell und gleichzeitig als 3D-Animation neues Leben eingehaucht wurde. Neben Kultgegenständen aus dem religiösen Alltag finden sich im Museum auch zahlreiche Belege und Erinnerungsstücke aus dem Aschaffenburger Alltag, die den Einfluss der jüdischen Mitbürger auf das Stadtbild verdeutlichen. Peter Körner schlug in seinen Ausführungen auch interessante Brücken zu der heutigen Zeit: So lohne es sich Ereignisse und Biografien genauer zu beleuchten. Schlagzeilen – sowohl als Propaganda in der Zeit der NS-Zeit, als auch in der Aufarbeitungszeit, aber auch heute - verkürzen Probleme und lassen Spielraum für Ungenauigkeiten. Denn erst bei genauerer Betrachtung werden einzelne Schicksale und ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft deutlich.

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