Judentum hautnah: Die jüdische Studentin Tamara Ikhaev zu Gast am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe JEG

Elsenfeld
2 Min.

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Tamara Ikhaev (links) berichtet Schülerinnnen und Schülern des JEG aus ihrem Alltag als Jüdin in Deutschland.
Foto: Thum
Am Montag, dem 09.03.2020, besuchte die 19-jährige Studentin Tamara Ikhaev aus Frankfurt die Klassen 9+A und 9+B, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Leben als Jüdin in Deutschland im 21...
Am Montag, dem 09.03.2020, besuchte die 19-jährige Studentin Tamara Ikhaev aus Frankfurt die Klassen 9+A und 9+B, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Leben als Jüdin in Deutschland im 21. Jahrhundert zu geben. Organisiert hatte die Veranstaltung Religionslehrer Dr. Bertram Söller, denn gerade in Zeiten einer (wieder)erstarkenden Rechten tut Aufklärung Not.
Nachdem sich Tamara Ikhaev vorgestellt und über ihr Engagement als Jugendleiterin innerhalb der Jüdischen Gemeinde berichtet hatte, ging es um konkrete Beispiele von Antisemitismus im Alltag. Die Schüler zeigten sich schockiert, dass es „solche Zustände in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch gebe“, so eine Schülerin der Klasse 9+B. Anschließend kam die negative Einstellung bestimmter, von rassistischen Stereotypen geprägter Milieus gegenüber jüdischen Menschen zur Sprache; laut Ikhaev werde diese bereits im Kindesalter durch eine entsprechende Erziehung geprägt. Deshalb erklärte Ikhaev den Schülern noch einmal, wie wichtig es sei, sich offen und tolerant gegenüber anderen Religionen zu verhalten.
Im weiteren Verlauf der Stunde berichtete die Studentin zudem über ihre frühere Schulzeit, die sie größtenteils an einer jüdischen Schule verbracht hatte: „Die komplette Schule war mit Panzerglas versehen und es waren israelische Wachleute anwesend, die für unsere Sicherheit sorgen sollten. Es gab sogar eine Sicherheitsschleuse.“ Auf die Frage, weshalb diese Sicherheitsvorkehrungen notwendig seien, antwortete sie: „Sicherheit ist ein Muss, wenn es ums Judentum geht; alles, was jüdisch ist, wird bewacht.“ Darüber hinaus konnten die Schülerinnen und Schüler auch einiges über die Geschichte der Juden vor allem in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus erfahren. „Auch heute gibt es noch jüdische Zeitzeugen, die über die schrecklichen Ereignisse von damals berichten können“, so Ikhaev. Sie selbst habe beispielsweise Freunde, die mit Holocaustüberlebenden verwandt sind, deren Überlieferungen für sie eine zentrale Rolle spielen.
Tamara Ikhaev leistet Aufklärungsarbeit im wortwörtlichen Sinn, indem sie eindrücklich und empathisch von ihrem Leben erzählte und dabei zugab, dass es nicht leicht sei, sich Anfeindungen offen und mutig zu stellen, selbst wenn man wie sie aus einer traditionsbewussten jüdischen Familie stammt, die stolz auf ihr reiches kulturelles Erbe ist. Unvoreingenommen stellte sie sich den Fragen der Schüler rund um das Thema Judentum, beantwortete sie geduldig und verständlich.
Das Fazit der Schülerinnen und Schüler nach diesem bewegenden und interessanten Gespräch: All die typischen Vorurteile gegenüber Juden sind völlig aus der Luft gegriffen und zum Teil geradezu absurd. Kein Mensch darf aufgrund seiner Religion diskriminiert werden, vielmehr sollte der Fokus auf einem friedlichen Miteinander durch gegenseitige Akzeptanz liegen. Schließlich haben wir alle Eines gemeinsam: Das Menschsein.
Ball/Thum
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