Samstag, 07.12.2019

Hospiz und Schule in der 7. Klasse Mittelschule Großoshteim

Projektklassenfoto
Hospizgruppe Aschaffenburg e. V.
Montag, 02. 12. 2019 - 10:27 Uhr

„Macht euch die Aufgabe als Hospizbegleiter Spaß?“ „Wie ist der genaue Ablauf des Sterbens und was tun Sie dann um den Leuten den Tod zu erleichtern?“ Dies sind einige der Fragen mit denen die 7b der Mittelschule Großostheim die Hospizbegleiter der Hospizgruppe Aschaffenburg zum Start des 3-tägigen Projektes begrüßten. Viele Fragen, die die Schüler sich im Vorfeld gestellt haben, und die sie sich sonst nicht trauen zu stellen, konnten beantwortet werden.
Am Tag 1 wurden Gesprächsregeln besprochen: Privates bleibt im Raum und alle Gefühle sind erlaubt. Nichts wird bewertet und niemand wird ausgelacht. Regeln, die den Schülern wichtig sind, wenn es um so außergewöhnliche Themen wie Sterben und Tod geht. Jeder hatte die Möglichkeit Erwartungen und Befürchtungen, die er im Vorfeld hatte zu äußern. Die Klassenlehrerin hatte die Jugendlichen bereits für die Themenfelder sensibilisiert. Dann wurde der Film Checker Tobi gezeigt, in dem es um das Leben in einem Hospiz und um die Trauer von Kindern, die ein Elternteil verloren haben, geht. In dem aber auch von der Arbeit einer Bestatterin berichtet wird. Anschließend recherchierten die Schüler in Kleingruppen die Begriffe stationäres Hospiz, Palliativstation, ambulanter Hospizdienst und SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung). Die Bedeutung der Begriffe, die selbst den Erwachsenen nicht geläufig sind, konnten übersichtlich auf Plakaten dargestellt und allen anderen erklärt werden. Aufgrund des gezeigten Interesses berichteten die Hospizbegleiter von ihrer Arbeit und es wurden Berufe vorgestellt, die in diesen Bereichen tätig sind.
Am 2. Tag ging es um das Thema „Was passiert beim Tod?“ Ein kurzer Film erläuterte sehr sachlich über die Vorgänge im Körper beim Sterbeprozess. Auf die Frage „Findest du das Thema schwer?“ antworteten die Kinder „Nein, nur total interessant.“ Dr. Strüder, beantwortete dann die Fragen der 7b zu Krankheiten und der Arbeit eines Arztes. Nach der Begriffserklärung Suizid wurden Mythen und Wahrheiten zur Selbsttötung diskutiert. Abschließend erstellten die Schüler Collagen und bekamen Hilfsangebote mit auf den Weg. Tag 3 handelte von der Zeit, die nach dem Tod kommt. Dazu gab es eine Exkursion auf den Parkfriedhof in Großostheim. Eine Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung und der örtliche Bestatter beschrieben die verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten auf dem Friedhof wie z.B. Familiengrabstätten, Kindergräber, Urnengräber, Stelen, das Grabfeld für Sternenkinder, Baumbestattungen und das anonyme Grabfeld. Interessante Informationen gab es auch zu den Ruhezeiten, Unterhalt der Gräber und der Belegung der Grabstätten. Höhepunkt der Exkursion war die Besichtigung der Leichenhalle. Kaum jemand hatte schon mal hinter die Kulissen geschaut und einen Aufbahrungsraum gesehen.
Zum Abschluss wurde in der Schule über Weltreligionen, deren Bräuche, Rituale und Jenseitsvorstellungen berichtet.

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