HGV Laudenbach besichtigte Altbausanierung

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach

Laudenbach
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Eichhoernchen
Eichhörnchen auf Eichenast über der Türe des Wohnhauses
Foto: Heribert Wolf
Wahlspruch im Durchgang
Wahlspruch im Durchgang mit Hufeisen und Hammer zwischen Pferdeköpfen
Foto: Heribert Wolf
Grabstein Weber Longin und Pauline
Grabkreuz Longin Weber
Foto: Heribert Wolf
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Besichtigung der Renovierung
Foto: HeribertWolf
Laudenbach20Miltenbergerstrasse
Alte Schmiede um 1930
Foto: Ewald Schäfer
Am Nachmittag des 02.08.21 trafen sich ca. 15 Personen bei der alten Laudenbacher Schmiede. Zu diesem Ortstermin hatte der HGV-Vorsitzende Horst Eilbacher, in Absprache mit Georg und Thomas Breitenbach, eingeladen...
Am Nachmittag des 02.08.21 trafen sich ca. 15 Personen bei der alten Laudenbacher Schmiede. Zu diesem Ortstermin hatte der HGV-Vorsitzende Horst Eilbacher, in Absprache mit Georg und Thomas Breitenbach, eingeladen.
Georg Breitenbach erwarb das Anwesen im Jahre 1966. Es bestand damals aus der alten Schmiede und einem Wohnhaus. Thomas Breitenbach leitete die Besichtigung.
Anfang der siebziger Jahre halfen fand eine erste Renovierung statt. Später richtete die Sparkasse im Haus der ehemaligen Schmiede ihre Filiale ein. Das Wohnhaus, rechts der Toreinfahrt wurde vermietet. Als die Sparkasse ihre Filiale schloss übergab Georg Breitenbach das Gebäude an seinen Sohn Matthias, der es zu seinem Firmensitz umbaute. Im Jahr 2015 erhielt Sohn Thomas das Wohngebäude und renovierte es nochmals. Der überhängende Giebel und die schrägen Deckenbalken stellten ihn vor große statische Herausforderungen. Schließlich sollte ein harmonischer Übergang zum Nebengebäude geschaffen und gleichzeitig an den Vorbesitzer Schmied Longin Weber erinnert werden.
Dies wurde erreicht, indem viele seiner Kunstwerke in die Fassade und im Durchgang integriert wurden. Die Fassade wird geschmückt von einem geschmiedeten Vogelhäuschen, einem Eichenast mit Eichhörnchen und 2 geschmiedeten Blumenkasteneinfassungen.
Die Durchfahrt ziert der Wahlspruch des Schmiedes, ein Hammer mit zwei Pferdeköpfen und eine Tafel mit Hufeisen als Hinweis auf die Hauptbeschäftigung des Schmiedes.
Longin Weber, der all diese Kunstwerke geschaffen hatte, war ein Sonderling. Wie ein Besessener arbeitete er oft Tage und Nächte durch um seine Werke fertigzustellen. Er entwickelte sich zum Kunstschmied und fertigte einmalige Stücke.
Julius Reis und Georg Breitenbach erinnerten sich, dass sie als Kinder manchmal dem Schmied bei der Arbeit zuschauen durften. Im Jahr 1932 heiratete Longin Weber seine Frau Pauline. Mit ihr bekam er drei Kinder: Isolde, Norbert und Armin.
Longin war ein Verehrer Hitlers und zog damals mit Freuden in den Krieg. Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft war er krank und gebrochen.
Der verlorene Krieg und der Untergang seiner Weltanschauung raubten ihm den Lebensmut, so dass er am 20.06.1946 verstarb. Als ob er sein frühes Ableben geahnt hätte schuf Longin nach dem Krieg mit Material aus Resten alter Wehrmachtsfahrzeuge noch ein prächtiges Grabkreuz, das später das Grab der Eheleute Weber zierte.

Georg Breitenbach wies noch darauf hin, dass die Ortskern-Sanierung von historischen Gebäuden in privater Regie wesentlich besser funktioniere als die Hauruck-Methoden von Investoren, die mehrstöckige Gebäude im Ortskern bauen (siehe Trennfurt) und damit das Ortsbild negativ prägen.

Die HGV-Vertreter erkannten an, dass die Sanierungs- und Umbaumaßnahme den denkmalpflegerischen Erwartungen gerecht wird. Hier sieht sich der Verein in seinen Bemühungen um den Erhalt alter Zeugnisse der Laudenbacher Vergangenheit und um die harmonische Gestaltung des Ortskerns hervorragend unterstützt.
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