Feierstunde zur Aufnahme des ‚Laudenbacher Osternachtssingens‘ als Immaterielles Kulturerbe

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach

Laudenbach
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Ostrernachtssänger
Foto: HeribertWolf
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Ehrenplakette des Heimatministeriums
Foto: HeribertWolf
Das Osternachtssingen ist eine sehr alte Tradition in Laudenbach. Es ist urkundlich belegt durch ein Schreiben der Gemeinde Laudenbach an das Königl. Bayer. Bezirksamt Miltenberg vom 22.12.1908. Man vermutet aber, dass die Ursprünge sogar bis ins Jahr 1886 zurückgehen...
Das Osternachtssingen ist eine sehr alte Tradition in Laudenbach. Es ist urkundlich belegt durch ein Schreiben der Gemeinde Laudenbach an das Königl. Bayer. Bezirksamt Miltenberg vom 22.12.1908. Man vermutet aber, dass die Ursprünge sogar bis ins Jahr 1886 zurückgehen.
Am 2. April 2020 erreichte Horst Eilbacher (HGV-Laudenbach) die Nachricht aus dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, dass dem Antrag das ‚Laudenbacher Osternachtssingen‘ als Immaterielles Kulturerbe anzuerkennen, entsprochen wurde. Leider wurde damals nichts aus der feierlichen Übergabe der Urkunde durch Staatsminister Albert Füracker. Wegen Corona musste auch die Tradition des Osternachtsingens für zwei Jahre pausieren. In dieser Zeit wurde das Osternachtsingen vom Band an verschiedenen Orten in der Gemeinde abgespielt.
Nun wurde am Ostermontag feierlich die Plakette des Heimatministeriums von Bgm. Distler, im Beisein von vielen politischen Würdenträgern, am Rathaus enthüllt. Er zeigte sich stolz, dass Laudenbach als bisher einzige Gemeinde im Lkr. Miltenberg in die bayerische Landesliste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen wurde.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Musikverein ‚Harmonie‘ Laudenbach und auch die Osternachtssänger brachten den Anwesenden ihren dreistimmigen Gesang dar.
Nach der Enthüllung des Gedenkschildes am Rathaus wurde die Feierstunde im Saal des Feuerwehrhauses fortgesetzt. Der Begrüßung von Bgm. Distler folgte ein Kurzfilm über das Osternachtssingen.
Nach den Grußworten der Gäste referierte Horst Eilbacher zur Geschichte des ‚Laudenbacher Osternachtsingens‘. Er beleuchtete den geschichtlichen Hintergrund und erklärte, dass sich die Osternachtssänger ursprünglich aus Sonntagsschülern rekrutierten. Heute sind es unverheiratete junge Burschen im Alter von 16 bis 30 Jahren.
In der Karfreitag-Nacht singen sie das „Gratia plena“ und in der Karsamstag-Nacht verkünden sie die Auferstehung Jesu. Vor und nach ihrem Gesang verschaffen sie sich mit lautem raspeln Aufmerksamkeit.
Horst Eilbacher räumte ein, dass man das Ostersingen auch anderswo kenne. Das ‚Laudenbacher Osternachtsingen‘ in seiner Ausprägung mit Raschpeln und dreistimmigem Männerchor sei aber einmalig. Diese Erkenntnis hat uns 2019 bewogen, an der 4. Bewerbungsrunde für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes teilzunehmen. Er dankte Frau Dr. Speckle vom Referat für Kulturarbeit und Heimatpflege und Frau Dr. Christ, der Leiterin der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, die den Antrag mit fachlichen Gutachten unterstützt hatten.
Danach verlas Dorette Schlowak das Schreiben des Heimatministers Albert Füracker zur Aufnahme des Laudenbacher Osternachtssingens als Immaterielles Kulturerbe. Die mit diesem Schreiben übersandte Urkunde überreichte sie anschließend Bgm. Stefan Distler.
Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel des Musikvereins und den Dankesworten des Bürgermeisters lies man die Feier mit einem kleinen Umtrunk ausklingen.
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