Montag, 19.11.2018

Sprechende Steine und Gemäuer im "anderen" Laudenbach

Bei einem Ausflug nach Laudenbach bei Karlstadt konnten die Teilnehmer aus Laudenbach am Main viel über das "andere" Laudenbach in Erfahrung bringen.
Marianne Eilbacher
Dienstag, 08. 05. 2018 - 09:30 Uhr

Alle 36 Teilnehmer der vom Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach organisierten Tagesfahrt nach Laudenbach, einem Stadtteil von Karlstadt, waren neugierig: auf den Ort, auf den Tagesablauf, auf alles, was es zu Sehen und Hören geben würde...

Alle 36 Teilnehmer der vom Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach organisierten Tagesfahrt nach Laudenbach, einem Stadtteil von Karlstadt, waren neugierig: auf den Ort, auf den Tagesablauf, auf alles, was es zu Sehen und Hören geben würde. Und das war eine Menge. Dem Ausflug schlossen sich auch der Gesangverein „Sängerlust“ und der Wanderverein an.
Am Vormittag besuchten die interessierten Ausflügler die Synagoge und weitere Stätten des jüdischen Lebens in Laudenbach: den Judenhof, die Mikwe, eine Matzenbäckerei. Zu jeder Einrichtung der jüdischen Gemeinde berichtete Georg Schirmer, der Vorsitzende des „Förderkreises ehemalige Synagoge Laudenbach e.V.“, interessante Details: So gilt die Synagoge in ihrer äußeren Hülle als eine der ältesten erhaltenen Dorfsynagogen in Deutschland, allerdings wurde die Inneneinrichtung 1938 völlig zerstört. Seit letztem Herbst kann der Förderkreis wieder ein wichtiges Teil aus der zerstörten Inneneinrichtung an seinem ursprünglichen Ort präsentieren: den zweiten noch erhaltenen Sockelstein aus dem Thoraschrein. Um das Jahr 1816 zählte die jüdische Gemeinde Laudenbach 180 Personen. Das Dritte Reich setzte ihr ein tragisches Ende. Bis heute hat sich dort kein jüdisches Leben mehr entfaltet. Eine ganz besondere Aura strahlt der auf dem Schlossberg hoch über dem Ort gelegene jüdische Friedhof aus, durch den die Besuchergruppe vom Friedhofspfleger Georg Schnabel geführt wurde.
Das Nachmittagsprogramm bestand aus einer Führung durch die Gassen der Altstadt von Karlstadt mit vielen überraschenden Aus- und Einblicken. Georg Büttner und Alfred Dill konnten sehr viele spannende Geschichten aus der Geschichte der fürstbischöflichen Stadt erzählen: so zeigt der Grundriss von Karlstadt auch heute noch deutlich, dass der Ort systematisch auf dem Reißbrett geplant und angelegt wurde: alle Straßen verlaufen rechtwinklig. Die Stadtmauern und Türme sind noch gut erhalten und zeigen ihre Wehrhaftigkeit über die Jahrhunderte. Trotz vieler Zerstörungen in den letzten Kriegstagen 1845 zeigt Karlstadt mit den vielen schmucken Fachwerkhäusern heute wieder seinen besonderen Reiz und Charme. Die Besucher der Gruppe waren sich einig: die Exkursion nach Laudenbach und Karlstadt war körperlich und geistig anstrengend, bot viele Informationen und Eindrücke, und hat im Ganzen gesehen alle Erwartungen übertroffen.

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