Dienstag, 18.09.2018

Laudenbacher schwelgen in Erinnerungen an Osternächte

Donnerstag, 12. 04. 2018 - 12:31 Uhr

Einen heimatgeschichtlichen Stammtisch zur Tradition des Osternachtssingens hatte der Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach kurz vor Ostern im Gasthof Anker in Laudenbach organisiert. Dazu waren zahlreiche ehemalige und aktive Osternachtssänger gekommen, aber auch Gäste, die sich sehr interessiert...

Einen heimatgeschichtlichen Stammtisch zur Tradition des Osternachtssingens hatte der Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach kurz vor Ostern im Gasthof Anker in Laudenbach organisiert. Dazu waren zahlreiche ehemalige und aktive Osternachtssänger gekommen, aber auch Gäste, die sich sehr interessiert an dem Brauch zeigten. Bei dieser Tradition ziehen junge, unverheiratete Männer in der Nacht auf den Karsamstag und der auf den Ostersonntag durch das Dorf und verkünden mit Raspeln und Gesang erst die Passions- und dann die Osterbotschaft.
Dass das Osternachtssingen nicht nur in Laudenbach eine Besonderheit darstellt, sondern schon längst auch von außerhalb Aufmerksamkeit bekommt, zeigte sich schnell: Bei einer Präsentation spielte Gerhard Eilbacher mehrere TV- und Hörfunkbeiträge ab, mit denen es die Osternachtssänger bereits in den vergangenen Jahren in die Medien geschafft hatten. Außerdem berichtete HGV-Vorsitzender Horst Eilbacher, dass sich die Forschungsstelle Franken in Uffenheim für die Tradition interessiert. Desweiteren bemüht sich der Heimat- und Geschichtsverein den Brauch in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufnehmen zu lassen. Die anwesenden aktuellen und ehemaligen Sänger stimmten an diesem Abend gemeinsam die Gesänge an und verschafften so einen musikalischen Eindruck. Im Anschluss tauschten sich die Sänger über allerlei Erlebnisse aus, die sie während ihrer aktiven Zeit hatten. So berichtete Steffen Mohn, dass er einmal beinahe verhaftet wurde. Er war als Kassier, der sogenannte Äicher, eingeteilt und musste als solcher die Stellen kennen, an denen die Leute ihre Gaben für die jungen Männer versteckt hatten. Als er sich bückte, um unter dem Fußabtreter nach einer Spende zu sehen, bemerkte er im Rücken das Polizeiauto nicht, das sich ihm genähert hatte. Auf die Frage der Polizisten hin, was er denn dort suche, antwortete er wahrheitsgemäß „na Geld“. „Mitten in der Nacht, vor einem fremden, unbeleuchteten Haus war das eine sehr verfängliche Antwort“, lachte Mohn bei seiner Anekdote. Zum Glück ließ sich das aber schnell klären. So wurden mehrere persönliche Erinnerungen an die Zeit als Osternachtssänger zum Besten gegeben. Als Übergang zum gemütlichen Teil wurden noch ein paar alte Fotos gezeigt und in gemeinsamer Arbeit die Personen auf den Bildern identifiziert.

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