Amorbacher kennen ihre Grenzen

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Heimat- und Geschichtsverein Amorbach

Amorbach
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Viel Stoff für Sagen: Etliche Geschichten ranken sich um das "Schäferkreuz" und versuchen, dessen Ursprung zu erklären.
Foto: Bernhard Springer
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Hier begann das Königreich Bayern.
Foto: Bernhard Springer
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Nicht nur Gemarkungsgrenze, sondern auch Trennlinie zweier Bundesländer: Beim Amorbacher Grenzgang wurden die Markierungssteine genau unter die Lupe genommen.
Foto: Bernhard Springer
Rund 40 Personen im Alter zwischen 8 und 86 Jahren folgten am 31. März der Einladung des Amorbacher Heimat- und Geschichtsvereins, einen Teil der Gemarkungsgrenze abzuwandern. Startpunkt war der Totenweg in Reichartshausen, auf dem bis 1908 die Verstorbenen von Gottersdorf zur Beisetzung nach Reicha...
Rund 40 Personen im Alter zwischen 8 und 86 Jahren folgten am 31. März der Einladung des Amorbacher Heimat- und Geschichtsvereins, einen Teil der Gemarkungsgrenze abzuwandern. Startpunkt war der Totenweg in Reichartshausen, auf dem bis 1908 die Verstorbenen von Gottersdorf zur Beisetzung nach Reichartshausen getragen wurden. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts marschierten die Gottersdorfer auf diesem Weg zu besonderen Feiertagen in den bayerischen Nachbarort, schließlich existierten in dieser Zeit dort noch die Gräber ihrer Vorfahren.
Unter fachkundiger Leitung der Feldgeschworenen aus Amorbach, Reichartshausen und Neudorf lief die Gruppe bei schönstem Frühlingswetter schließlich entlang der Grenze zwischen Reichartshausen und Gottersdorf. Karl Albert Haas vom Heimat- und Geschichtsvereins informierte über Sagen rund um das sogenannte „Schäferkreuz“ und wusste Interessantes zur Geschichte der Gegend zu berichten. Kurios dabei: Rund 20 ha Wald in dieser Zone gehören wie eine Insel der Gemeinde Schneeberg.
Feldgeschworenen-Obmann Alfred Haas und seine Kollegen erläuterten die Geschichte und Bedeutung der historischen Grenzsteine, die im Abstand von 50-100 Metern zu finden sind. Die 1839 angelegte Absteinung markierte seinerzeit nicht nur die Grenze der beiden Ortschaften, sondern gleichzeitig auch diejenige zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Bayern, was an der Buchstabenkennzeichnung, teilweise aber auch an eingehauenen Wappen ersichtlich ist. Noch heute verläuft hier die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Als nach rund zwei Stunden der Weg wieder zum Ausgangspunk zurückführte, waren alle Teilnehmer überrascht, wie viel Interessantes, Neues und Spannendes der Rundgang zu bieten hatte.
Viele Unklarheiten rund um die Tätigkeit und Bedeutung der Feldgeschworenen wurden geklärt, doch ein Rätsel blieb weiterhin offen: Trotz aller Bitten und Nachfragen wollte keiner der Feldgeschworenen das Siebenergeheimnis preisgeben.

Bernhard Springer
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