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Die Odenwälder Räuber in dritter Auflage

Die Odenwälder Räuber
HGV Lützelbach
Dienstag, 07. 04. 2020 - 10:42 Uhr

Anfang dieses Jahres überreichte Gerdi Röske, Höchst, die Tochter der 2018 verstorbenen unvergesslichen Heimatforscherin Ella Gieg, eine CD mit der überarbeiteten Version der „Odenwälder Räuber“. Der Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach möchte das Wissen um die Räuber wach halten. Thomas Heß, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach und Vorstandsmitglied Andreas Stephan, Otzberg veranlassten eine dritte Neuauflage des schon länger vergriffenen Buches über die Odenwälder Räuber. Die Odenwälder Räuber sind nun wieder im örtlichen Buchhandel und unter https://shop.gendi.de/ zum Preis von 12 Euro erhältlich.
Nachdem die erste Auflage 2007 sofort vergriffen war und auch die zweite Auflage schon lange nicht mehr lieferbar ist, beschloss der Vorstand die Herausgabe einer dritten Auflage. Das von der Tochter der Autorin überarbeitete Werk mit einem Umfang von 220 Seiten und 93 Abbildungen sowie acht Übersichtskarten ist nun fertiggestellt. Das Buch beinhaltet nicht nur die Straftaten der Räuber, sondern informiert über ein Stück Sozialgeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Veröffentlichung wird deutlich, dass Menschen aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Missstände, also insbesondere durch Armut oder körperliche Gebrechen, zu Räubern wurden. Noch immer gelten Schinderhannes und Hölzerlips im Odenwald als die großen Räubergestalten, denen viele Straftaten in diesem Landstrich zugeschrieben werden. Die wahren Odenwälder Räuber waren, so stellte Ella Gieg klar, diese beiden nicht. Das Führungsduo der Räuber aus dem Odenwald war Johann Adam Grasmann, auf dem Weiler Bruchmühle bei Bad König geboren, und der Mümling-Grumbacher Johann Adam Heusner. Zum harten Kern zählten noch Jakob Erbeldinger aus Billings und Georg Dascher aus Steinau. Nicht nur mit den Aktivitäten der Räuber aus dem Odenwald befasst sich die Autorin. Bei Hölzerlips und Schinderhannes befasst sie sich auch mit den Anklageschriften, die für die Hölzerlips-Bande 34 Straftaten nennt, von denen aber nur drei im Odenwald begangen wurden. Im Prozess gegen die Schinderhannes-Bande standen 65 Personen wegen 53 Verbrechen vor Gericht. Grasmann musste sich für 134 und Heusner für 121 begangene Diebstähle, Einbrüche und Raubüberfälle verantworten. Die Odenwälder Räuber waren somit aktiver als die zuvor genannten Banden zusammen.

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