Freitag, 16.11.2018

Wertvolle Pflanzen entlang des Maines in Kleinwallstadt

Kräuterwanderung entlang des Maines durch Kräuterführerin AnnetteHorn
Gesundheitsverein
Donnerstag, 19. 07. 2018 - 11:54 Uhr

Anfang Juli trafen sich in den Kleinwallstadter Mainanlagen Interessierte zu einer Pflanzenführung. Hierzu hatte der Gesundheitsverein Kleinwallstadt eingeladen. Kräuterführerin Annette Horn erklärte die Pflanzen am Wegesrand und deren Nutzung von früher und heute...

Anfang Juli trafen sich in den Kleinwallstadter Mainanlagen Interessierte zu einer Pflanzenführung. Hierzu hatte der Gesundheitsverein Kleinwallstadt eingeladen. Kräuterführerin Annette Horn erklärte die Pflanzen am Wegesrand und deren Nutzung von früher und heute.
Zuerst begegnete der Gruppe eine hellblau blühende Wegwarte. Man erfuhr, dass diese mit einem Mädchen gleichzusetzen sei, das auf ihren Geliebten am Straßenrand wartet, daher die Namensgebung. Bekannt ist uns die Wurzel der Wegwarte, die sehr schwer aus dem Boden zu entfernen ist, in Form von Getreidekaffee mit dem Bestandteil der Zichoriewurzel. Des weiteren entdeckte man die schwarze Königskerze, deren Name jedoch nicht zu ihr passt, da sie sehr freundlich aussieht. Die Königskerze wurde in früheren Zeiten in Wachs getaucht und als Fackel verwendet. Am Main befinden sich auch sehr hochgewachsene, stattliche Platanen, die bis zu 2000 Jahre alt werden können. Das älteste Exemplar soll sich auf der Insel Kos befinden und etwa 2500 Jahre alt sein. Hippokrates unterrichtete unter deren Schatten seine Schüler. Nach der Signaturenlehre hat man die Rinde der Platane, die sich jährlich abschält für Hautkrankheiten, wie etwa Pilzerkrankungen, benutzt. Eine wunderschöne Klette, die ehemals als Vorbild für den weitverbreiteten Klettverschluss diente und aus deren Wurzel das uns bekannte Klettenwurzelöl hergestellt wird, säumte lila blühend den Weg. Auch bekamen die Teilnehmer am Ufer die mächtige Engelwurz zu sehen. Hierzu gibt es Überlieferungen, die berichten, dass den Menschen in Pestzeiten der Erzengel Gabriel persönlich erschienen ist um sie auf die Heilwirkung der Engelwurz, auch genannt Angelika, hinzuweisen. In Pestzeiten kamen die Ärzte in schwarze Umhänge gehüllt in die Krankenzimmer. Dabei hatten sie immer eine Wurzel der Engelwurz als Kette umhängen, von der sie jedesmal ein Stück abbissen und zum Schutz vor Ansteckung kauten. Auch die Wilde Möhre der Vorgänger unserer Kulturmöhre kreuzte den Weg. Zu sehen waren auch große Bestände an Beifuß, ein Gewürz, das uns vor allem zur Weihnachtszeit als Zugabe für den Gänsebraten bekannt ist, um diesen besser bekömmlich zu machen. Direkt am Ufer steht reichlich Blutweiderich. Dessen Blüten als Kranz um den Kopf gewunden sollen laut Literatur, lästige Bremsen abwehren. Die Teilnehmer bescheingten eine wertvolle und informative Pflanzenführug.
(A.Horn/H.Kreuzer)

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