Sonntag, 23.09.2018

Wer möchte nicht schon zu Lebzeiten ins Himmelreich?

1.Vorsitzende
Samstag, 28. 07. 2018 - 19:25 Uhr

Der Gesellschaftsverein Glattbach ermöglichte dies 17 Wanderfreunden bei der Tour auf dem Heunweg vom Kreuzwertheimer Parkplatz am Wittwichsbach aus. Entlang intakter Weinbergmauern gelangten wir zur Staustufe Eichel und leicht ansteigend dem Himmelreich entgegen...

Der Gesellschaftsverein Glattbach ermöglichte dies 17 Wanderfreunden bei der Tour auf dem Heunweg vom Kreuzwertheimer Parkplatz am Wittwichsbach aus. Entlang intakter Weinbergmauern gelangten wir zur Staustufe Eichel und leicht ansteigend dem Himmelreich entgegen. Diesen Namen verdankt die Landzunge am Rande des Spessarts wohl dem Umstand, dass der Main nur noch eine schmale Halbinsel übrig gelassen hat.
Auf gut begehbarem Pfad erreichten wir die Infotafel „Historische Namen“ in der der „Heunweg“ als frühmittelalterliche Fernstraße zum Mainübergang bei Urphar und weiter nach Tauberbischofsheim bezeichnet wird. Ferner werden Zusammenhänge zwischen der sagenumwobenen Wetteburg (Heidrun las hier eine schaurige Sage vor) und alten Flur- und Waldabteilungsnamen hergestellt. So bezeichnete noch im 19. Jhd. im Fränkischen der Begriff „Wette“, „Wett“ oder „Watt“ eine Wasserstelle bzw. Viehtränke und ist wohl vom Mittelhochdeutschen „Waie“, „Wat“ für Furt abgeleitet.
Die Hallstadtgräber fanden wir nicht, doch der 730 Meter lange Bettingberg-Tunnel der einstigen Strecke Lohr – Wertheim war nicht zu übersehen. Der Personenverkehr wurde im Mai 1979 eingestellt. Mitte der 1980er Jahre führte ein Lohrer Unternehmen Versuche für Spurbusse durch. Dazu erhielt das Kreuzwertheimer Portal ein verschließbares Metalltor, eine Trennwand in der Mitte des geknickt verlaufenden Tunnel und betonierte Gehwege. Ein Brand verhinderte die weitere Nutzung wie Günter Dutt in „Ein Streifzug durch 150 Jahre Tunnelbauwerke in Württemberg“ erläutert.
Ein kühles Lüftchen ließ uns die Jacken überziehen und mit Taschenlampen ausgerüstet durchschritten wir das wunderbar erhaltene Südostportal mit dem Löwenkopf und der Jahreszahl 1881 darüber. Der Tunnel ist nur im Sommerhalbjahr begehbar, im Winter schlafen sieben verschiedene Fledermausarten hier, für die Mopsfledermaus hat das Winterquartier sogar europaweite Bedeutung und wurde als FFH-Gebiet an die EU gemeldet, wie auf den Infotafel an beiden Portalen zu lesen ist.
Auf der Kreuzwertheimer Seite angekommen überquerten wir den Wittwichsbach an einer Furt und stiegen hinauf in die Weinberge und konnten am Ende noch einen herrlichen Ausblick auf Wertheimer Burg genießen.
In Kreuzwertheim erwartet uns im Landgasthof Franz schon unsere zweite Gruppe, die Bruno Sauer auf kürzerer Tour zum Tunnelportal und durch die Weinberge zum Mainufer geführt hatte.
Nach kräftiger Stärkung ließ Heidrun noch die Geschichte am namensgebenden Keuz revuepassieren.

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