Dienstag, 25.06.2019

Fahrt in die alte Heimat der Rudelzauer und Bernhauer

Freitag, 14. 09. 2018 - 16:39 Uhr

Zum Jubiläum „330 Jahre St. Anna Kirchweihfest“ in Altwasser fuhren Heimatvertriebene, Nachgeborene und Interessierte vom 19. bis 24. Juli ins nordmährische ehemalige Sudetenland im Kreis Bärn an der Oder...

Zum Jubiläum „330 Jahre St. Anna Kirchweihfest“ in Altwasser fuhren Heimatvertriebene, Nachgeborene und Interessierte vom 19. bis 24. Juli ins nordmährische ehemalige Sudetenland im Kreis Bärn an der Oder.

Am Tag nach der Ankunft in Neutitschein stand ein Besuch in Bernhau auf dem Programm. Hier sind nur noch Grundmauern, die Ruine der Kirche sowie der Friedhof sichtbar. Bernhau und Rudelzau liegen in einem militärischen Sperrgebiet, das nur mit ortskundiger Begleitung und offizieller Genehmigung besucht werden darf.

Nach der Spurensuche wurde am Nachmittag ein deutsch-tschechischer Gottesdienst in der inzwischen weitgehend restaurierten Kirche von Altwasser gefeiert.

Vor 13 Jahren wurde die nach dem Krieg zum Erliegen gekommene Wallfahrt von Bölten nach Altwasser u.a. durch Karl-Heinz Keiner, Stockstadt neu belebt. Sie fand in diesem Jahr parallel zum offiziellen Programm statt. Etwa 20 Mitreisende gingen den Pilgerweg mit.

Nach dem Besuch in Rudelzau, von dem nur noch spärliche Überreste einzelner Häuser und der Kirche zu sehen sind, traf man sich am nächsten Tag in Maria Stein bei Großglockersdorf mit den tschechischen und deutschen Wallfahrern zu einer feierlichen Andacht. Positiv war, dass sehr viele junge Menschen aus beiden Nationen dabei waren. Danach wurde die Gruppe von den tschechischen Freunden der Wallfahrer im Abendsonnenschein köstlich bewirtet.

Am Sonntag konnten die Reisenden ein weiteres Mal das 124 km² große Sperrgebiet und einen Teil der 22 zerstörten Nachbardörfer von Rudelzau und Bernhau besuchen.

Am Nachmittag nahm die Gruppe am feierlichen Abschlussgottesdienst der Wallfahrt und an der Prozession zu Königsbrunnen teil, dessen Wasser heilende Wirkung zugesprochen wird.

Nach der Messe wurde das Wallfahrtskreuz - von Karl Heinz Keiner selbst angefertigt und aufgestellt - vom Olmützer Weihbischof gesegnet.

Montags ging es mit dem Bus auf eine Fahrt durch das angrenzende „Kuhländchen“. Diese wurde von zwei Zeitzeuginnen, welche nach der Vertreibung in der alten Heimat verbleiben konnten, kurzweilig kommentiert.

Auch die Eichendorff-Eiche und das Geburtshaus von Gregor Mendel, dem Erforscher der Vererbung wurden besucht.

Zum Abschluss gab es einen Empfang durch den tschechischen Verein Lubavia, Vertreter der Pfadfinder und Offizielle der umliegenden Kommunen und des Militärs. Die gute Organisation der Reise sowie der interkulturelle Austausch trugen sicherlich zur Vertiefung der deutsch-tschechischen Freundschaft bei.

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