Sonntag, 15.09.2019

Historische Gasthäuser in Niedernberg - wo befanden sie sich?

Station vor dem ehemaligen Gasthaus "Zum Bayerischen Hof", in dessen Nebengebäude sich heute ein Ausstellungsraum befindet.
Jürgen Dreier
Montag, 15. 07. 2019 - 09:10 Uhr

Viel Wissenswertes über die ehemaligen Gasthäuser in Niedernberg und einige Stationen des Dorfrundwegs erfuhren ca. 30 Teilnehmer bei der Führung am 05. Juli von Albert Wagner. Auf einem mitgeführten historischen Handwagen war der Proviant für unterwegs verstaut...

Viel Wissenswertes über die ehemaligen Gasthäuser in Niedernberg und einige Stationen des Dorfrundwegs erfuhren ca. 30 Teilnehmer bei der Führung am 05. Juli von Albert Wagner.
Auf einem mitgeführten historischen Handwagen war der Proviant für unterwegs verstaut.

Startpunkt war am Rosengärtchen, dem gegenüber das Gasthaus „Zur Linde“ stand. Das 1910 erbaute Gasthaus wurde 1996 abgerissen. Es verfügte über eine Kegelbahn und einen großen Tanzsaal mit gewölbter Decke. Dieser Saal wurde auch für Proben des Gesangvereins, der Ringer und Radfahrer und für Theateraufführungen genutzt. Auch eine Kleiderfabrik nutzte diesen Raum einige Jahre als Produktionsstätte.

Die kleineren Gaststätten wie: „Zum Blauen Bock“, Café Bleifuß, und „Zum Schwanen“ (genannt „Schwanenstübchen“) bestanden in den 1950er und 1960er Jahren bzw. bis 1991. Zwei Gasthäuser wurden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts geschlossen. So das Gasthaus „Zur Rose“ neben der Kirche. Hier logierten die Leinreiter und auch der Pfarrer fand Unterkunft, wenn das Pfarrhaus wegen Hochwasser unbewohnbar war. Von dem 1701 erbauten Gasthaus „Zum Schwanen“ in der Hauptstraße 37 hat die angrenzende Schwanengasse ihren Namen. Die Wirtschaft „Zum Bayerischen Hof“ wurde bereits 1674 als Gasthaus „Zum Wilden Mann“ urkundlich erwähnt und vermutlich im Laufe des 19. Jh. umbenannt. Im Torhaus befand sich ein kleiner Tanzsaal, wo zur Ziehharmonikamusik das Tanzbein geschwungen wurde. Außer an die „Linde“ können sich die Niedernberger noch an folgende historische Gasthäuser erinnern: „Zur Mainaussicht“ mit seinem schönen Biergarten am Main; 1898 wurde es erweitert, im Jahr 2016 abgerissen. Im großen ehemaligen Tanzsaal, in dem sich einige Jahre eine Diskothek befand, fanden ab den 1990er Jahren viele private und Vereinsveranstaltungen statt. Die Gastwirtschaft „Zur Krone“ in der Hauptstraße 34 wird bereits 1747 als Gasthaus „Zum Löwen“ genannt. 1975 wurde auch dieses geschichtsträchtige Gasthaus abgerissen. Dem Wirtschaftsbetrieb waren eine Schnapsbrennerei, Kelterei und Küferei angegliedert. Das Gasthaus „Zur Gemütlichkeit“ ist das einzige noch bestehende historische Lokal. Es wurde 1876 erbaut, kam 1904 an die Familie Wenzel und erfuhr einige Umgestaltungen und Renovierungen. So wurde z.B. 1968 die damals modernste Kegelbahn am Untermain in Betrieb genommen (inzwischen abgerissen). Mit dem neuen Pächter erlebt das Gasthaus seit Januar 2018 neuen Aufschwung. Hier fand die Führung ihren gemütlichen Abschluss.

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