Samstag, 20.07.2019

Eine Frau als Apothekerin: Antonie Kitz (+) Vitrinen-Ausstellung im Laufacher Rathaus Öffnungszeiten Montag – Freitag 8-12 Uhr und Donnerstag 14-18 Uhr

laufachtal
Samstag, 23. 02. 2019 - 14:28 Uhr

Jahrhundertelang war der Beruf des Apothekers ein reiner Männerberuf. Erst nach und nach arbeiteten die Frauen als Gehilfinnen in den Apotheken. Im Jahre 1906 beendete die erste Frau in Karlsruhe ihr Pharmaziestudium mit dem Staatsexamen...

Jahrhundertelang war der Beruf des Apothekers ein reiner Männerberuf. Erst nach und nach arbeiteten die Frauen als Gehilfinnen in den Apotheken. Im Jahre 1906 beendete die erste Frau in Karlsruhe ihr Pharmaziestudium mit dem Staatsexamen.
So war es eine Pionierleistung, dass Antonie Kitz im Oktober 1965 als Frau die Linden-Apotheke, Hauptstraße 27, in Laufach eröffnete.
Sie wurde am 24. Januar 1926 als Tochter von Josef und Antonie Kitz in Aschaffenburg geboren. Nach ihrem Abitur an der „höheren Mädchenschule“ im Jahr 1944 und ihrem Einsatz als Flakhelferin absolvierte sie die 2-jährige Praktikantenzeit zum Vorexamen in der Aschaffenburger Engel-Apotheke. Daran schloss sich das Studium der Pharmazie in Würzburg an, das sie 1953 beendete. Weitere Stationen waren die Strauß-Apotheke in der Herstallstraße, Isen und Stadtprozelten. 1975 eröffnete sie die Apotheke im eigenen Haus, Hauptstraße 1a. Hier lebte sie bis zu ihrem Tode am 6. November 2009.
Antonie Kitz führte mit viel Herzblut und Leidenschaft ihre Apotheke. Bemerkenswert war ihre Offenheit gegenüber Neuerungen im Apothekenbetrieb. Auch außerhalb der regulären Öffnungszeit hatte sie ein offenes Ohr bei Notfällen. Erst im Alter vor 78 Jahren übergab sie die Apotheke an Frau Traudel Junker.
Traudel Junker erzählte bei der Eröffnung wie sich der Beruf des Apothekers veränderte. Sie erklärte einige der ausgestellten Bücher und Gegenstände: Standgefäße aus Holz und Horodosen zur Aufbewahrung von Teedrogen (sind getrocknete Pflanzenteile). Maulaffe ist ein Gefäß zum Ansetzen von Lösungen und Tinkturen, aus hitzebeständigem Glas. Kolierrahmen mit Nägeln, -tuch, -trichter und -scheibe dienten der Trennung eines flüssigen Körpers von festen Bestandteilen mittels Abseihen. Mensuren sind ungeeichte Messgefäße mit einer Skala auf der Innenseite zum Abmessen von Flüssigkeiten. Spatelschlitten dienten für eine saubere Ablage der für die Herstellung von Salben und Salbenmörser benötigten Gegenstände. Fantaschale mit Pistill zum Anfertigen von Salben. Pulverschiffchen zum Abwiegen und Abteilen von gemischten und ungemischten Pulvern und Einfüllen in Pulverkapseln. Salzkottener-Gefäß ist ein hochwertiges Edelstahlgefäß zur explosionssicheren Lagerung und Transport brennbarer Flüssigkeiten. Weitere Gegenstände, Bilder von Frau Kitz und der Apotheke komplettierten die Ausstellung, die bis Mai im Rathaus zu sehen ist.
Es war interessant zu erfahren wie sich der Beruf des Apothekers gewandelt hat.

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