Montag, 17.05.2021

Steinhauershohle jetzt wieder geöffnet

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Führungsnetz Bachgau

Großostheim
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Steinhauershohle203
Foto: Hasenkopf
In Abwandlung des bekannten Mailiedes hat man zum 1. Mai singen können: Der Mai ist gekommen, die Hohlen sind wieder auf. Rund 4 Wochen nach Öffnung der Sprenkenhohle ist nun auch wieder die Steinhauershohle für den Publikumsverkehr geöffnet...
In Abwandlung des bekannten Mailiedes hat man zum 1. Mai singen können: Der Mai ist gekommen, die Hohlen sind wieder auf.
Rund 4 Wochen nach Öffnung der Sprenkenhohle ist nun auch wieder die Steinhauershohle für den Publikumsverkehr geöffnet. Als Alternative zum Weg innerhalb der Hohle hat man die ganze Zeit über auch den Feldweg oberhalb der ursprünglichen Hohle nutzen können. Aber Original-Hohle bleibt eben Original-Hohle. Nun gilt auch hier, wie übrigens im gesamten Wald, Augen auf und Gefahren erkennen und beachten. Den Kindern hat man früher gesagt 'guck vor die Füße, damit Du nicht stolperst und hinfällst'. Dies gilt jetzt natürlich in gleicher Weise. Denn Hohlwege sind nicht gekehrt und schon gar nicht asphaltiert. Das heißt, mit Unebenheiten und Stolpermöglichkeiten muss gerechnet werden. Die Gemeinde hat in ihrer Fürsorgepflicht deshalb auch neue Schilder angebracht, die auf bestimmte Gefahren hinweisen.

Die Steinhauershohle war früher der Weg zum Wald, zu den Weinbergen und zum Erzabbau. Sie zog sich durch bis kurz vor die Wendelinuskapelle. In der Ortschronik ist berichtet, dass nach einem Wolkenbruch im Jahre 1865 ein Landwirt mit seinem Ochsengespann die Hohle heruntergeschwemmt worden ist. Die Hohle diente vorher auch als Abfuhrweg für das unterirdisch abgebaute Eisenerz, das mit Ochsenkarren zur Verhüttung nach Laufach gefahren wurde. Diese Abbaustätten sind heute nur noch anhand der Hügel zu erkennen, die als sog. taubes Gestein bei der Ausschachtung der Ein- und Ausstiegslöcher angefallen sind. Außerdem haben Landwirte den recht lockeren Basalttuff zur Befestigung der Stallböden benutzt. Irrtümlich wurde die dadurch entstandene Grube im Volksmund als 'Erzgrube' bezeichnet. Erst in jüngster Zeit haben Geologen und Vulkanologen anhand dieses Basalttuffs die Existenz eines Vulkans vor ca. 20 Mio Jahren nachgewiesen. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald hat mit Schautafeln erläutert, wie ein Vulkan 'funktionierte' und hat die Stelle als Geopunkt ausgezeichnet.
Wer aufmerksamt durch die Hohle geht, erkennt auch die Lössauflage, die immer dünner wird, je höher man in der Hohle voran kommt, bis der blanke Sandstein zutage tritt. Außerdem sind die Grundmauerreste eines römischen Gutshofes, einer sog. Villa Rustica, zu erkennen.

Hartmut Hasenkopf
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