Dienstag, 20.11.2018

Datenschutz-Grundverordnung – ein Bürokratiemonster?

Freitag, 31. 08. 2018 - 07:59 Uhr

Laudenbach. Bei der Info-Veranstaltung der Freien Wähler im Kickers-Sportheim über die EU-Datenschutz-Grundverordnung sorgten 25 Vereinsvertreter und Handwerker für eine intensive Diskussion. Referent Hubert Baumann machte anhand vieler Praxisbeispiele deutlich, worauf es ankommt – auf ...

Laudenbach. Bei der Info-Veranstaltung der Freien Wähler im Kickers-Sportheim über die EU-Datenschutz-Grundverordnung sorgten 25 Vereinsvertreter und Handwerker für eine intensive Diskussion.

Referent Hubert Baumann machte anhand vieler Praxisbeispiele deutlich, worauf es ankommt – auf den Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, also Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Gesundheitsdaten, Bilder, auf denen Personen zu erkennen sind. Bei Vereinen sind das die Mitgliederlisten und Homepages, bei Handwerkern die Kundendateien. Natürliche Personen müssen der Speicherung „aktiv“ zustimmen, beispielsweise auf der Beitrittserklärung, aber nicht nur im Kleingedruckten. Sie haben ein Recht auf Information, was mit ihren Daten passiert und auch auf Löschung ihrer Daten. Vereine und Unternehmen haben die Pflicht, in einer Datenschutzerklärung zu erläutern, zu welchem Zweck die Daten verwendet werden. Sie müssen sie auch vor dem Zugriff Unbefugter schützen.

Baumann empfahl den Vereinen, ihre Webseiten zu überprüfen und überflüssige Daten und im Hintergrund mitlaufende Verknüpfungen zu sozialen Medien zu löschen. Ein Problem seien nicht autorisierte Fotos, die zu Abmahnungen führen könnten. Dies betreffe auch Speichermedien wie Smartphones / WhatsApp.

Große Sorgen machte den Vereinsvertretern die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten, falls 10 und mehr Personen Zugriff auf die Mitgliederdaten hätten. Eine Teilnehmerin fragte gezielt nach, ob Übungsleiter Name und Geburtsdatum der von ihnen betreuten Kids wissen dürften. Horst Eilbacher kritisierte, die DSGVO setze kleine Vereine unter Druck, was Vereinsvorsitzende nicht gerade für die Fortsetzung ihres Ehrenamtes motivieren würden. Auf der anderen Seite werbe die bayerische Regierung für mehr Engagement im Ehrenamt. Franz Hain erinnerte an den Grund für die EU-Verordnung, nämlich den Datenmissbrauch von Facebook, Google & Co. Die Vereine und Handwerker hätten nun mit dem Bürokratismus zu kämpfen.

Eingangs hatte Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Fahn berichtet, dass drei Parteien im Bayerischen Landtag bereits Dringlichkeitsanträge gestellt haben, Vereine, kleine und mittelständische Unternehmen vor möglichen Abmahnverfahren zu schützen oder ganz aus der Verordnung herauszunehmen.

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