Worte der Psalmen als Musik hörbar gemacht: der Komponist Heinrich Schütz

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Evang.-Luth. Kirchengemeinde Lohr

Lohr a.Main
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Dekan Till Roth beim Vortrag über den Komponisten Heinrich Schütz im Ulmer-Saal der Ev. Kirchengemeinde Lohr.
Foto: Martin Henning
In diesem Jahr jährt sich zum 350sten Mal der Todestag von Heinrich Schütz. Der Komponist und sein Leben wurde in einem Vortrag von Dekan Till Roth mit vielen Erläuterungen und musikalischen Einspielungen im Juni vorgestellt...
In diesem Jahr jährt sich zum 350sten Mal der Todestag von Heinrich Schütz. Der Komponist und sein Leben wurde in einem Vortrag von Dekan Till Roth mit vielen Erläuterungen und musikalischen Einspielungen im Juni vorgestellt.

Heinrich Schütz wurde 1585 in Köstritz geboren. Die väterliche Familie stammte aus Franken und zog über den Chemnitzer Raum nach Weißenfels. Der Vater beherbergte als Gastwirt auch einflussreiche Adelige. Auf diese Weise wurde wurde Landgraf Moritz von Hessen-Kassel auf die Stimme des jungen Schütz aufmerksam und konnte glücklicherweise dessen Förderung in die Wege leiten. Landgraf Moritz war über viele Jahre der erfolgreiche Mentor von Heinrich Schütz. Unter anderem ließ er ihn in Italien ausbilden, wo dieser im Musterland der damaligen Musikwelt Entscheidendes wie den Generalbass u.a. kennenlernen konnte.

Zurück in Kassel wurde Schütz zweiter Hofkapellmeister und folgte kurze Zeit später – auch aus Unzufriedenheit mit seiner nachgeordneten Stellung in Kassel – dem Ruf des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. als Kapellmeister nach Dresden. Diese Position hatte er bis zu seinem Lebensende inne.
Unterbrechungen aber gab es trotzdem reichlich: Schütz hielt sich in den meisten deutschen Hoch-Stätten der damaligen Musikkultur wie auch im angrenzenden Ausland auf.

Leidvoll verlief des Komponisten eigenes Familienleben. Seine Frau verstarb schon nach sechs Jahren Ehe und seine beiden Töchter verlor Schütz ebenfalls frühzeitig. Von diesem Trauma erholte er sich nicht wieder und blieb Zeit seines weiteren Lebens unverheiratet. Die Schrecken des 30-jährigen Krieges bedeuteten ein Zusätzliches. Als gläubiger Christ evangelischer Konfession widmete sich Schütz vor allem der Umsetzung biblischer Texte – primär der Psalmen – in Vokalmusik. Im Vortrag erläuterte Dekan Roth, dass es Schütz meisterlich gelang, die Sprache der Heiligen Schrift in das Tonale der Chormusik dramaturgisch perfekt zu übertragen. Zahlreiche Hörbeispiele machten dies erfahrbar. „Durch die Musik kamen mir auch eigene Erinnerungen aus meinem Leben in den Sinn“, sagte ein Vortragsbesucher im Nachklang.

Im 18. Jhdt. war Heinrich Schütz fast von der musikalischen Bildfläche verschwunden. Erst im 19. Jahrhundert erlebten seine Kompositionen eine Renaissance; u.a. ist es Johannes Brahms zu verdanken, dass die Werke von Schütz erneut zu hören sind. Bedauerlicherweise sind Teile seiner Schöpfungen verloren gegangen. Sein von ihm selbst auch ausdrücklich als letztes Werk (1671) bezeichnete Komposition ist die Überführung des 119. Psalms – längster Psalm der Bibel – in ein monumentales Chorwerk, das auch unter der Bezeichnung „Schwanengesang“ bekannt ist. 1672 starb Schütz in Dresden. Heute gilt Heinrich Schütz als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarocks.
Der multimediale Vortrag fand im Rahmen der monatlichen Dienstag-Treffs der Evang. Kirchengemeinde Lohr statt.

(Martin Henning)
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