„Lieber mit statt über Juden reden“ – Begegnung zwischen Jüd. Gemeinde Würzburg und Evang. Kirchengemeinde Lohr

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Evang.-Luth. Kirchengemeinde Lohr

Lohr a.Main
2 Min.

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Igor Dubovsky
Igor Dubovsky trägt jiddische Lieder beim Gemeindenachmittag in Lohr vor.
Foto: Martin Henning
Di-Treff 1700 Jahr JLID
Larysa Dubovska im Gespräch mit Dekan Till Roth vor den Kunstwerken aus der KreativWerkstatt der jüdischen Kultusgemeinde Würzburg.
Foto: Martin Henning.
Im Oktober besuchten Larysa und Igor Dubovsky und Elena Libenson aus der Jüdischen Kultusgemeinde Würzburg anlässlich des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ die Evangelische Kirchengemeinde in Lohr...
Im Oktober besuchten Larysa und Igor Dubovsky und Elena Libenson aus der Jüdischen Kultusgemeinde Würzburg anlässlich des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ die Evangelische Kirchengemeinde in Lohr. „Unsere Gemeinden sind miteinander befreundet“, sagte Larysa Dubovska, Leiterin der KreativWerkstatt der jüdischen Gemeinde. Diese Freundschaft besteht seit den Feierlichkeiten zum Gedenken an jüdisches Leben in Lohr, bei denen 2019 persönliche Bekanntschaften geschlossen wurden. Nun an diesem Gemeindenachmittag "Dienstagstreff" erläuterte Dekan Roth Während einer gemeinsamen Andacht zu Psalm 23 den Gästen: „Die meisten Christen lernen diesen tröstlichen Psalm auswendig – in der evangelischen Kirche meist während der Konfirmationszeit. Die Konfirmation ist der Bar Mizwa ähnlich.“ Die Psalmen gehören zum jüdischen Gebetsschatz, an dem auch Christinnen und Christen durch Jesus Christus Anteil haben.

Aus Würzburg mitgebrachte Bilder zu jüdischen Festen, z.B. Chanukka und Purim, boten Inspiration und Anschauung zur Arbeit der KreativWerkstatt. Larysa Dubovska erläuterte den geschichtlichen Hintergrund des Chanukka-Feiertags, der nicht auf ein biblisches Gebot, sondern auf historische Ereignisse aus der Zeit des Zweiten Tempels in Jerusalem zurückgeht. Eine der Künstlerinnen, Elena Libenson, war mit nach Lohr gekommen und beteiligte sich ebenfalls an den Gesprächen mit den Besuchern des Dienstagstreffs. Auf Nachfrage von Dekan Roth erzählte Ehepaar Dubovsky auch von der Zeit in der Ukraine und den Gemeindegewohnheiten dort, von der Übersiedlung vor rund 20 Jahren nach Deutschland und von den Gottesdiensten in der Jüdischen Gemeinde in Würzburg. Das Gemeindezentrum „Shalom Europa“ wird zur Begegnung in Würzburg rege genutzt. Außer kulturellen und musikalischen Angeboten gibt es auch soziale Unterstützung, Begegnungsmöglichkeiten wie einen Mittagstisch an einigen Tagen der Woche und das Jugendzentrum Me Halev.

Igor Dubovsky, Sänger mit klassischer Gesangsausbildung, begleitete am Flügel zwei hebräische Lieder, die man in Gemeinschaft sang, und trug jiddische Lieder vor. Seine Stimmlage des Basso Profondo ist selten und der Liedervortrag wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Nähe vom Jiddischen und dem Mittelhochdeutschen wurde hörbar, die Worte waren gut zu verstehen, da Larysa und Igor Dubovsky die Texte zuvor erläuterten und die Zuhörenden inhaltlich einstimmten. Auf koschere Rezepte und Zubereitung beim Kuchenbacken hatte Dienstagstreff-Organisatorin Wilma Schwarz sorgfältig Rücksicht genommen. „Hat mir gut gefallen“, ließ sich ein Besucher des Dienstagstreffs vernehmen. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch viel mehr Menschen die Gelegenheit zu dieser Begegnung ergriffen hätten. Wer nicht da war, hat etwas verpasst“, kommentierte eine Dame. Die gelungene Begegnung wird nicht die letzte gewesen sein: eine Gegeneinladung für das nächste Jahr nach Würzburg in Gemeinde, Synagoge und Museum, wurde bereits ausgesprochen.
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