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Gideonbund – mehr als Hotelbibeln

Dr. Manuel Mühlbauer (li) und Walter Himmler stellen die Arbeit des Gideonbundes vor.
Carolin Esgen
Montag, 28. 09. 2020 - 10:10 Uhr

Fast jeder ist über die handlichen Hotelbibeln schon einmal mit dem Gideonbund in Kontakt gekommen. Dr. Manuel Mühlbauer, Lohr, und Walter Himmler, Hammelburg, stellten die Arbeit des Gideonbundes auf Einladung der Evang. Kirchengemeinde Lohr im September vor. Die Organisatorin des Dienstagstreffs, Wilma Schwarz, engagiert sich seit Jahren für diese offene Begegnungszeit in der Gemeinde. Ziel ist es, einen Blick über den Tellerrand der Gemeinde zu bieten und doch einen Bezug zu Lohr herzustellen.

Der Gideonbund entstand Ende des 19. Jhds. in den USA mit dem Anliegen, die Bibel den Menschen zur Verfügung zu stellen – in der Gesellschaft, unabhängig von Kirchen und Gottesdiensten. Nach wie vor arbeite der Gideonbund sehr erfolgreich, sei in über 200 Ländern aktiv und inzwischen seien rund 2,5 Milliarden Bibeln verteilt. Erforderlich sei dazu eine gut ausgebaute Logistik und Organisation, was ausschließlich durch Spenden finanziert werde, teilte Manuel Mühlbauer mit. Seit 1972 ist der Gideonbund auch in Deutschland tätig. Die verteilten Bücher umfassen nur das Neue Testament sowie die Psalmen und das Buch der Sprüche aus dem Alten Testament. Warum man sich auf diesen Teil der Bibel beschränke, beantwortete Walter Himmler mit seiner Überlegung: „Wahrscheinlich weil das Neue Testament einfach griffiger ist, aktueller und heute besser zu lesen. Ein Einstieg.“

Offen blieb die Frage nach der Mitgliedschaft von Frauen im Gideonbund. Diesen ist nach wie vor ausschließlich eine Mitgliedschaft in der Frauensektion erlaubt und auch das nur, wenn ihre Ehemänner vorher in den Gideonbund eingetreten sind. „Das kommt aus den USA, ist uns so vorgegeben. Uns wäre es auch anders lieber. Die Frauen bekommen gleich viel besser Kontakt zu anderen Frauen“, reagierte Himmler auf eine entsprechende Frage. Diese zweifach nachrangige Behandlung von Frauen – keine Frau allein und wenn Mitgliedschaft, dann nur Ehefrauen – blieb für die eine und den anderen Zuhörenden im Raum stehen. Es bestehe Aufgabenverteilung im Gideonbund, die Frauensektion sei in Krankenhäusern und Arztpraxen, im sozialen und Gesundheitsbereich aktiv, erläuterte Manuel Mühlbauer.

„Vom Bankräuber zum Familienpapa und Gemeindeältesten“

Neben dem Verteilen der Bücher vor allem in Hotels, Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen, an Fernfahrer, Flüchtlinge, Schülerinnen und Schüler ist das persönliche Bekenntnis aus dem eigenen Leben mit der Bibel zentraler Schwerpunkt der Tätigkeit der „Gideons“. Nach allgemeinen, fundiert vorgetragenen Informationen präsentierten die Referenten persönliche Erfahrungen einzelner Menschen, deren Leben sich durch das Bibellesen signifikant änderte. Neben vier per Video eingespielten Beiträgen erzählten Walter Himmler und Manuel Mühlbauer auch von eigenen Erlebnissen – unspektakulärer, aber durch die persönliche Offenheit und individuelle Authentizität überzeugend und nachvollziehbar. Gerade dies wurde in den Rückmeldungen der Zuhörenden sehr geschätzt.

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