Samstag, 28.11.2020
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Schwimmen im Main keine Alternative zum Freibad

Erik Friedrich (Leiter der Einsatzabteilung) und Marius Müller (Ausbilder für den Wasserrettungsdienst) bei einer Kontrollfahrt mit dem Motorrettungsboot ADLER III der DLRG Seligenstadt auf dem Main 2019
Yasin Ilyas
Freitag, 22. 05. 2020 - 22:11 Uhr

Seligenstadt – Trotz sonnigem Wetter und warmen Temperaturen haben aktuell das Freibad in Seligenstadt und die Badeseen in der Umgebung geschlossen. Wann sie wieder aufmachen werden ist aktuell noch nicht klar.

Die DLRG Seligenstadt warnt davor, als Alternative zum Freischwimmbad und den Badeseen, im Main schwimmen zu gehen. „Das Schwimmen im Main ist auch für erfahrene Schwimmer lebensgefährlich“, erklärt Erik Friedrich, Leiter der Einsatzabteilung der DLRG Seligenstadt. „So verlockend eine Abkühlung im Main auch sein mag, ich rate nachdrücklich davon ab und appelliere an die Vernunft der Mitbürger.“ Die größte Gefahr im Main ist die Strömung. „Selbst unsere erfahrenen Rettungsschwimmer haben keine Chance längere Strecken entgegen der Strömung zu schwimmen“, erklärt Marius Müller, Ausbilder für den Wasserrettungsdienst in Seligenstadt. Auch im Uferbereich, wo man noch stehen kann, lauern Gefahren. Ein Schiff das angefahren kommt entwickelt eine mächtige Sogwirkung. „Selbst wenn man nur knietief im Wasser steht kann man das Gleichgewicht verlieren und in Richtung Schiff gezogen werden“, erläutert Müller. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass man beim Schwimmen von Sportbooten übersehen wird, die aufgrund ihres geringen Tiefgangs auch nahe am Uferbereich fahren können. Zudem können Entfernungen auf dem Wasser schlecht eingeschätzt werden. Mal schnell auf die andere Seite schwimmen kann durchaus tödlich enden. „Der Main ist im Bereich von Seligenstadt teilweise bis zu 150 Meter breit“, erklärt Friedrich, „das sind drei Bahnen im Schwimmerbecken im Seligenstädter Freibad, ohne Möglichkeit sich zwischendurch festzuhalten.“ Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig über die Gefahren aufklären.

Die Seligenstädter Wasserretter bitten auch auf alle anderen Wassersportarten auf dem Main zu verzichten. „Bleibt an Land“ lautet das Motto der DLRG. „Unsere Rettungsschwimmer können keine Schutzausrüstung vor Corona-Viren im Wasser anziehen und sind deshalb besonders gefährdet. Das wollen wir unbedingt verhindern“, erklärt Erik Friedrich. Wer sich mit Wasser etwas abkühlen möchte, kann dies vielleicht mit dem Gartenschlauch oder mit einem Wassereimer zuhause. „Wir wissen, dass ist keine echte Alternative, aber vielleicht das Beste, was man aktuell tun kann“, so Müller abschließend. Weitere Informationen zur Sicherheit im und am Wasser gibt es auf der Homepage der DLRG: https://seligenstadt.dlrg.de

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