Montag, 24.09.2018

Feuer und Eis

Hannjoerch2
Montag, 23. 07. 2018 - 20:52 Uhr

Fahrradtunnel unter den Augen kleiner und großer Technik-Fans in Kleinheubach eingehoben. Die Rücklichter des letzten Zuges am Freitag um 22.00 Uhr waren in der Ferne noch schemenhaft zu erkennen, da begann für das Projekt „Fahrradtunneleinhub“ der Countdown...

Fahrradtunnel unter den Augen kleiner und großer Technik-Fans in Kleinheubach eingehoben.
Die Rücklichter des letzten Zuges am Freitag um 22.00 Uhr waren in der Ferne noch schemenhaft zu erkennen, da begann für das Projekt „Fahrradtunneleinhub“ der Countdown. Letztlich sollten am Montag um 4.30 Uhr die ersten Züge wieder zwischen Miltenberg und Aschaffenburg rollen. Die Ouvertüre begann mit dem Kreischen der Motorflex in die Stahlschienen. Auf der ohnehin hell ausgeleuchteten Baubühne wurden das in Stellung gebrachte, schwere Baugerät, mit einem Staccato aus einem Funkenregen ins rechte Licht gerückt. Der Gleiskörper entschwebte wie von Geisterhand in den Nachthimmel. Bagger und schwere LKW arbeiteten von nun an im Ballett der Baumaschinen. Bereits jetzt finden sich die ersten Technik-Fans am Bauzaun ein.
Was viele als Gag des Karnevalvereines CCK Hannjörche hielten „Tunnel nei heb Fescht“ entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Jung und Alt.
Nach dem Motto „Die Bahn verbindet“. Das Fest, das spontan aus dem Ideenfundus entsprang, erforderte jedoch viele Unterstützer. Zunächst galt es, die Grenzen zwischen Baustelle und Zuschauerraum festzulegen. Schließlich sollte es bei allem Zeitdruck zu keinem Unfall oder keiner Behinderung durch die großen und kleinen Zuschauer kommen. Das staatliche Bauamt, die ausführende Firma Kammerdiener, die Gemeinde Kleinheubach und nicht zuletzt die Fa. Gewa, deren Parkplatz genutzt werden konnte, unterstützten auf kurzen Wegen das geplante „Public Baustellen Viewing“.
Die Trennung von Zuschauer und Gefahrenbereich war vorbildlich und wurde auch respektiert. Bei Bratwurst, Eis und kalten Getränken wurde gefachsimpelt. Wobei die kleinen Experten sicherlich ihren eigenen Blickwinkel auf die Sache hatten. Das Warten auf den eigentlichen Einhub des Bauwerkes wurde zur Geduldsprobe.
Da der Vorsitzende des CCK immer in Kontakt mit der Bauleitung stand, kursierte das Gerücht, daß es einen Zusammenhang zwischen den verkauften Bratwürsten und dem zeitlichen Verzug beim Einhub geben würde. Dies wurde zwar dementiert, aber wer traut schon einem Fastnachter? Die letzte Bratwurst wurde gerade vom Grill genommen, als das Zeichen zum finalen Einhub gegeben wurde. Also doch eine Absprache?
Dicht an dicht standen jetzt die Zaungäste und beobachteten den Gleichklang der beiden Kranriesen. An schweren Stahltrosse schwebten 135 Tonnen Stahlbeton andächtig, doch piano in die Baugrube. Kein Applaus nur stille Bewunderung für die Leistung.

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