Weltreisen, Dramen und Humor beim Vorleseabend in der Bücherei Sulzbach

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Bücherei Sulzbach/Main

Sulzbach
2 Min.

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Foto 1
Alexander Thienel stimmt nachdenklich mit "Meine Schwester Sara"
Foto: Bücherei Sulzbach
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Dagmar Schadt fragt "Wo geht's denn hier zum Glück?"
Foto: Bücherei Sulzbach
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Andreas Bergmann schmunzelt über eine skurrile Stelle in "Corpus".
Foto: Bücherei Sulzbach
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Kathrin Schmitt-Valenca hat sichtlich viel Spass bei "Das große Los"
Foto: Bücherei Sulzbach
Die Abendveranstaltung am bundesweiten Vorlesetag ist inzwischen fester Bestandteil im Angebot der Bücherei Sulzbach und hat bereits einen festen Interessentenkreis gefunden. Büchereileiter Hinrich Mewes konnte am 15...
Die Abendveranstaltung am bundesweiten Vorlesetag ist inzwischen fester Bestandteil im Angebot der Bücherei Sulzbach und hat bereits einen festen Interessentenkreis gefunden. Büchereileiter Hinrich Mewes konnte am 15. November zirka fünfzig Gäste begrüßen.

Die Leiterin der Seniorenbegegnung „Herbstlaub“, Dagmar Schadt, machte sich mit „Wo geht’s denn hier zum Glück?“ von Maike van den Boom auf eine Reise durch die glücklichsten Länder der Welt. Mit Textauszügen entführte Schadt zum Beispiel nach Costa Rica, dem laut „World Database of Happiness“ glücklichsten Land der Welt, obwohl 25 Prozent der Bevölkerung bettelarm sind. „Wir sind glücklich, denn wir haben die Familie und Gott“ bekommt die Autorin zur Antwort. „Mit Geld kannst du nicht alles kaufen.“ Weitere Stationen waren die Schweiz und Finnland. Ein Buch, das darüber sinnieren lässt, was man zum Glücklichsein eigentlich braucht.

Ganz anders der Roman, den Andreas Bergmann, der zweite Vorsitzende des Sozialkreises vorstellte. „Corpus“ von Markus Orths sei ein faszinierendes Buch über die Zerstörungskraft von Erwartungen, über Normen und Zwänge. Mit zum Teil skurrilem Humor schildert der Autor das Leben zweier Jugendfreunde. Nachdem sie jahrelang nichts mehr voneinander gehört haben, steht Christof plötzlich vor Pauls Wohnung. Erinnerungen werden wach. So etwa an eine nachgestellte Messfeier in einem Schuppen. Als Hostien werden Oblaten vom Weihnachtsgebäck gekratzt, als Weihrauch dient den beiden Zwölfjährigen eine Mischung aus Grillkohle, Spiritus und Moltofill. „Das roch zwar nicht annähernd wie Weihrauch, gab aber einen teuflischen Qualm.“

Vor der zweiten Weltreise an diesem Abend war erst einmal Mitmachen angesagt. Katrin Schmitt-Valenca vom Büchereiteam gab die entscheidende 500.000-Euro-Frage von Günther Jauch als Publikumsjoker an die Gäste weiter. Augenzwinkernd meinte Schmitt-Valenca: „Also nicht nur ein Vorleseabend heute sondern auch noch ein Bildungsabend. Die Autorin Meike Winnemuth hatte 2010 Glück und ein Zuschauer wusste die Antwort. In ihrem Buch „Das große Los“ schildert sie ihre Erlebnis und Eindrücke auf ihrer zwölfmonatigen Reise um die Welt. „Wegfahren, um mir ein paar Fragen zu stellen: Wer bin ich - was will ich? Nichts, was man nicht auch zuhause versuchen könnte zu beantworten. Aber in der Ferne weitet sich der Blick.“

Stark beeindruckt zeigte sich Alexander Thienel vom Büchereiteam nicht nur von dem Roman „Meine Schwester Sara“, sondern auch von der Autorin Ruth Weiss, die im Juli im Haus der Begegnung zu Gast war. Sara wird 1948 als vierjähriges deutsches Waisenkind von einer Burenfamilie in Südafrika adoptiert. Alle sind begeistert. Aber als sich herausstellt, dass Sara das Kind einer Hebräerin ist, ändert sich alles. Mit einigen erschüttenden Passagen aus dem Buch führte Thienel vor Augen, was der Rassenhass der Apartheid in Südafrika bedeutete. „Ein Buch, das man nicht unberührt aus der Hand legt“, meinte er, „es wirkt nach.“

Text: Bücherei Sulzbach
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