Freitag, 23.04.2021

Familienforscher treffen sich beim Online-Stammtisch

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung

Michelstadt
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Bisher organisierte die Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. jedes Quartal ein offenes Treffen für alle Odenwälder Familienforscher*innen. In der seit Anfang 2020 andauernden Pandemie sind Treffen größerer Gruppen nicht erlaubt...
Bisher organisierte die Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. jedes Quartal ein offenes Treffen für alle Odenwälder Familienforscher*innen. In der seit Anfang 2020 andauernden Pandemie sind Treffen größerer Gruppen nicht erlaubt. Daher wurden die letztjährigen Stammtische zunächst abgesagt. Viele Hobby-Familienforscher*innen meldeten sich daraufhin bei den Organisatoren und teilten ihnen mit, wir schmerzlich der regelmäßige Austausch vermisst wurde. So hat sich das Organisationsteam um den Reichelsheimer Thomas Krämer Gedanken gemacht und schon Ende letzten Jahres das Angebot eines Online-Stammtisches aus der Taufe gehoben. Nun erfolgte dieser Tage die zweite Auflage zu der Krämer mehr als 25 Interessierte begrüßen durfte. Besonders erfreut zeigte sich das Team darüber, dass sich sogar aus dem fernen Den Haag in den Niederlanden ein Forscher zugeschaltet hatte. Referent des Online-Abends war Peter Ramge aus Hüttenberg (Hessen). Doch zunächst galt es den im vergangenen Jahr verstorbenen Odenwälder Familienforschern zu Gedenken. So trauerten alle heimatkundlich und familiengeschichtlich Interessierten um Georg Dascher aus Ober-Kainsbach, Wilhelm Gieg aus Rimhorn und Erika Hörr aus Hassenroth. Alle drei haben mit ihrem Engagement und ihren Veröffentlichungen viel für die Aufarbeitung unserer Lokalhistorie getan. "Die Besitzverhältnisse der Dilshofer Höfe – Spurensuche mit einigen genealogischen Exkursen" war Thema des anschließenden Vortrag Peter Ramges. Er klärte zunächst auf, dass der Weiler Dilshofen im Kern aus drei Bauernhöfen besteht. Der besseren Zuordnung benennt Ramge sie Kleinschmidt'scher Hof, Wörner'scher Hof und Kaffenberger'scher Hof. Die beiden erstgenannten stellen dabei die Keimzelle Dilshofens dar und werden bereits im Mittelalter erwähnt. Eine Besonderheit stellt die territoriale Einordnung des Weiler dar: Mitten durch die Ansiedlung verläuft noch heute die Gemarkungsgrenze zwischen Ober-Ramstadt und Zeilhardt. In früheren Zeiten war sogar einer der Grenzsteine mitten im alten Wohnhaus des Kleinschmidt'schen Gutes neben der Herdstelle eingemauert, wie der Referent anhand alter Karten belegen konnte. Insbesondere die fortschreitende Digitalisierung von Archivalien macht es heute einfacher, komplizierte Besitzverhältnisse wie in Dilshofen heute nachzuvollziehen. So konnte Ramge durch intensive Recherche vor allem bisher ungeklärte Sachverhalte des 16. bis 18. Jahrhunderts nachvollziehen und damalige Hofbesitzer und deren Lehensgeber greifbar machen. Zum Schluss des Online-Stammtisches informierte Mit-Organisator Andreas Stephan darüber, dass zu Heidi Banses "Kirchenbuch Michelstadt 1623-1775" und Werner Heils "Schweizer im Odenwald und an der Bergstraße" Ergänzungen bei Genwiki und auf der Seite des Gendi-Verlages (https://gendi-shop.de/) verfügbar sind. Als aktuellste Neuerscheinung der familiengeschichtlichen Literatur im Bereich Odenwald ist das "Ortsfamilienbuch Eichenbühl" erhältlich.
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