Dienstag, 19.03.2019

Fett macht glücklich - aber wen? Letzte Folge der Klimatipps des BN beschäftigt sich mit einer nachhaltigen Ernährung

Top-Klimakiller unter den Nahrungsfetten: Butter
Haas-Hyronimus
Freitag, 15. 03. 2019 - 13:30 Uhr

Bei allen Vorbehalten gegenüber tierischen Fetten steht z.Z gerade ein Pflanzenöl in der Kritik: Palmöl findet sich in vielen Supermarktprodukten, aber vor allem Biosprit. Auf der Strecke bleiben dabei bedrohte Arten wie der Orang-Utan und der tropische Regenwald selbst...

Bei allen Vorbehalten gegenüber tierischen Fetten steht z.Z gerade ein Pflanzenöl in der Kritik: Palmöl findet sich in vielen Supermarktprodukten, aber vor allem Biosprit. Auf der Strecke bleiben dabei bedrohte Arten wie der Orang-Utan und der tropische Regenwald selbst. Palmöl liefert jedoch auf kleiner Fläche sehr hohe Ausbeuten und ist in vielen Ländern ein lebenswichtiges und schwer zu ersetzendes Nahrungsmittel. Für seine Gewinnung werden jedoch nicht nur Regenwälder abgeholzt, sondern auch und vor allem Torfmoorwälder zerstört: Fast 90 Prozent der durch die Palmöl-Produktion verursachten Treibhausgase stammen aus Torfböden. Etwa 20 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen resultieren aber aus der Zerstörung von Urwäldern. Indonesien ist deshalb nach China und den USA der weltweit drittgrößte Produzent von Treibhausgasen.

Alternativen wie Soja und Kokosnuss sind jedoch nicht so ertragreich und würden noch mehr Treibhausgas-Emssionen erzeugen. Ohnehin landen 51 Prozent des importierten Palmöls als Agrosprit im Tank, und weitere zehn Prozent in Kraftwerken. Wichtiger noch als die Verbannung von Palmöl aus Lebensmitteln wäre also ein Ende des "Biosprit"-Etikettenschwindels. Eine Alternative könnte das Öl der südamerikanischen Carnauba-Palme (Acrocomia) sein, die auch außerhalb der tropischen Regionen wächst.

Top-Klimakiller unter den Fetten ist ohnehin die Butter. 100 g Butter setzen im Durchschnitt 0,92 kg CO2 frei, Palmöl nur 0,14 kg . Milchprodukte verursachen 23,6% der Treibhausgas-Emissionen der Ernährung pro Person. Die Emissionen von Obst, Gemüse und Kartoffeln fallen dagegen kaum ins Gewicht. Dort zählt indessen neben der Regionalität auch und vor allem die Saisonalität, Beispiel Tomaten: Pro kg setzt der heimische Anbau lediglich 85g CO2-Äqivalente frei, die Einfuhr aus Spanien schon 600g CO2-Eq/kg das beheizte Treibhaus jedoch 9300 g. Ähnlich sieht die Klimabilanz des "Heizspargels" unter Folien aus, der schon im März verkauft wird.

Der Bund Naturschutz empfiehlt deshalb, Öle und Fette, vor allem Butter, sparsam zu verwenden und allgemein den Konsum von Milchprodukten zu reduzieren. Palmöl haltige Produkte sollten ausschießlich aus biologischem Anbau oder fairem Handel stammen, Fertigprodukte und Fast-Food-Küche gemieden werden! Obst und Gemüse sollten nicht nur regional, sondern vor allem saisonal eingekauft werden - und klimafreundlichen Diesel gebe es nicht - mehr unter https://main-spessart.bund-naturschutz.de/klimatipps.html

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