Erstmals eine Wildkatze im Forst Hain im Spessart nachgewiesen

Unser Echo: Ein Beitrag der Gruppe BUND NATURSCHUTZ Aschaffenburg

Aschaffenburg
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Wildkatze in der Fotofalle
Sichtung einer Wildkatze mittels einer Wildtierkamera
Foto: S.Knöppel
Im Rahmen des Gartenschläfer-Projekts am Untermain ist dem BUND Naturschutz Aschaffenburg als besonderes Highlight im letzten Jahr eine Wildkatze in seine Fotofallen im Forst Hain getappt. Das war eine riesige Überraschung für Sandra Knöppel, die das Projekt für den BUND im Landkreis Aschaffenburg b...
Im Rahmen des Gartenschläfer-Projekts am Untermain ist dem BUND Naturschutz Aschaffenburg als besonderes Highlight im letzten Jahr eine Wildkatze in seine Fotofallen im Forst Hain getappt. Das war eine riesige Überraschung für Sandra Knöppel, die das Projekt für den BUND im Landkreis Aschaffenburg betreut. Einmal hat die Wildkatze sogar 20 Minuten lang vor der Kamera posiert. Dies freut uns besonders, weil ein Vorkommen dort bisher noch nicht bekannt war und die nächsten Sichtungen bei Rothenbuch liegen. Siehe dazu das Video: https://www.youtube.com/watch?v=Ctq68lp7Ekc.
Rückkehr auf leisen Pfoten
Die Europäische Wildkatze lebt versteckt in unseren Wäldern. Sie sieht grau-braun-getigerten Hauskatzen zwar zum Verwechseln ähnlich, streifte jedoch schon lange vor ihnen durch Europas Natur. Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute geschätzt 6.000 bis 8.000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland.
Seit etwa 1930 galt die Wildkatze in Bayern als ausgestorben. Zu Beginn der 1980er Jahre entstand beim damaligen BUND Naturschutz-Vorsitzenden Hubert Weinzierl gemeinsam mit Bernhard Grzimek, von der Zoologischen Gesellschaft Ffm, die Vision, die Wildkatze als Ureinwohnerin Deutschlands wieder zurückzuholen. Das BUND-Wildkatzenprojekt war geboren. 1984 wurden die ersten Wildkatzen in Bayern wieder ausgewildert und ab 1988 auch im Spessart mehr als 400 Tiere bis 2009 frei gelassen. Da viele in Zoos und Aufzuchtstationen gezüchtete Tiere mit dem neuen Lebensraum nicht zurecht kamen, reifte bei Förster Hubert Gebhard aus Rothenbuch die Idee die Katzen dort aufzuziehen, wo sie später leben sollten. In einem Zucht- und Auswilderungsgehege des BUND mitten im Rothenbucher Wald züchtete er ab 1993 mit drei Katzenpaaren und konnte so 127 Jungtiere erfolgreich freilassen. Heute verfolgt der BUND mit dem Wildkatzenmonitoring ihre Ausbreitung und setzt sich dafür ein, naturnahe Wälder zu erhalten und zu vernetzen. Nur so können sich Wildkatzen und andere Arten genetisch austauschen, um langfristig zu überleben.
Wir sind ab dem Frühsommer erneut auf der Suche nach dem Gartenschläfer, diesmal in Aschaffenburg-Schweinheim. Seit 2018 untersucht der BUND zusammen mit der Universität Gießen und der Senckenberg-Gesellschaft im Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" die Bestände und alle denkbaren Ursachen für das Verschwinden der Art, um herauszufinden, was dem Gartenschläfer hilft und was ihn bedroht. Daraus soll ein Konzept zum Schutz des Gartenschläfers entstehen.
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